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		<title><![CDATA[Forum.GeschwisterNetzwerk.de - Vorstellungsrunde]]></title>
		<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum.GeschwisterNetzwerk.de - https://forum.geschwisternetzwerk.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 03:56:05 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Hallo ihr]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=489</link>
			<pubDate>Thu, 04 Jan 2024 19:07:51 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=489</guid>
			<description><![CDATA[Hallo, ich heiße Julia, bin Mitte 30 und stehe fest im Leben mit meinem Mann und drei Kindern.<br />
Dennoch gibt es eine Last, die mich immer wieder runterzieht. Es geht um meinen jüngsten Bruder, 1997 geboren. Er wohnt bei meinen Eltern und macht nichts. Er hat psychische Probleme und fängt keine Therapie an. Er hat keine Ausbildung/Studium und wird gefühlt auch nie etwas machen. Finanzielle Anreize gibt es für ihn nicht. Was genau er psychisch hat, kann ich nicht genau sagen. Unser Vater ist depressiv, seit 5 Jahren in einer relativ guten Phase und ich selbst hatte vor 6 Jahren eine Angststörung, aufgrund von sofort begonnener Psychotherapie, habe ich das gut überwunden.<br />
Vor ein paar Monaten sagte mein Bruder mal wieder zu mir (sonst reden wir eigentlich selten darüber), das jetzt wieder ein Jahr vergangen ist, wo er nichts gemacht hat und wenn er doch nur wieder 18 wäre... aber er ändert nichts! Er sucht sich keine Hilfe. Er hat vermutlich ein sehr geringes Selbstwertgefühl, negative Glaubenssätze und vermutlich einigen Mist aus der Kindheit in sich. Meine Schwester und ich haben ihn mehrmals gebeten, sich einen Job (als Struktur) zu suchen und eine Therapie. Da höre ich aber nur Ausreden. Er hat glaub auch Sorge, dass Therapie nicht hilft und das wäre seine letzte Möglichkeit, aber er macht auch nichts.<br />
Ich weiß, es gibt hier auch viel viel härtere Fälle bei Geschwistern, aber mich belastet es teilweise sehr, ich hatte schon Phasen wo es mich fast selbst dadurch wieder in die Angst gezogen hat.<br />
<br />
Ich weiß nicht richtig, was machen. Ich versuche mich abzugrenzen, dass ich nicht für ihn verantwortlich bin und er selbst verantwortlich ist. Doch ist das richtig..  Ich habe mich noch nie mit anderen ausgetauscht, die Geschwister mit solchen Problemen haben. Auch in meiner Familie wird das Thema nicht wirklich thematisiert. Bedrückt bin ich von den Weihnachtsferien wieder nach Hause gefahren, ich ertrage es schon schwer in seiner Nähe, weil es einfach immer mitschwingt. Es tut mir leid für ihn, aber er hat es doch selbst in der Hand sich Hilfe zu suchen... Ich weiß echt nicht, wie ich damit umgehen soll.. Mir tut auch meine Mutter leid, die alles so stillschweigend ertragen muss. Auch das negative Umfeld von meinem Vater, der oft so aggressiv ist und schlecht gelaunt und ihr nie etwas Gutes tut..<br />
<br />
Liebe Grüße<br />
Julia]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo, ich heiße Julia, bin Mitte 30 und stehe fest im Leben mit meinem Mann und drei Kindern.<br />
Dennoch gibt es eine Last, die mich immer wieder runterzieht. Es geht um meinen jüngsten Bruder, 1997 geboren. Er wohnt bei meinen Eltern und macht nichts. Er hat psychische Probleme und fängt keine Therapie an. Er hat keine Ausbildung/Studium und wird gefühlt auch nie etwas machen. Finanzielle Anreize gibt es für ihn nicht. Was genau er psychisch hat, kann ich nicht genau sagen. Unser Vater ist depressiv, seit 5 Jahren in einer relativ guten Phase und ich selbst hatte vor 6 Jahren eine Angststörung, aufgrund von sofort begonnener Psychotherapie, habe ich das gut überwunden.<br />
Vor ein paar Monaten sagte mein Bruder mal wieder zu mir (sonst reden wir eigentlich selten darüber), das jetzt wieder ein Jahr vergangen ist, wo er nichts gemacht hat und wenn er doch nur wieder 18 wäre... aber er ändert nichts! Er sucht sich keine Hilfe. Er hat vermutlich ein sehr geringes Selbstwertgefühl, negative Glaubenssätze und vermutlich einigen Mist aus der Kindheit in sich. Meine Schwester und ich haben ihn mehrmals gebeten, sich einen Job (als Struktur) zu suchen und eine Therapie. Da höre ich aber nur Ausreden. Er hat glaub auch Sorge, dass Therapie nicht hilft und das wäre seine letzte Möglichkeit, aber er macht auch nichts.<br />
Ich weiß, es gibt hier auch viel viel härtere Fälle bei Geschwistern, aber mich belastet es teilweise sehr, ich hatte schon Phasen wo es mich fast selbst dadurch wieder in die Angst gezogen hat.<br />
<br />
Ich weiß nicht richtig, was machen. Ich versuche mich abzugrenzen, dass ich nicht für ihn verantwortlich bin und er selbst verantwortlich ist. Doch ist das richtig..  Ich habe mich noch nie mit anderen ausgetauscht, die Geschwister mit solchen Problemen haben. Auch in meiner Familie wird das Thema nicht wirklich thematisiert. Bedrückt bin ich von den Weihnachtsferien wieder nach Hause gefahren, ich ertrage es schon schwer in seiner Nähe, weil es einfach immer mitschwingt. Es tut mir leid für ihn, aber er hat es doch selbst in der Hand sich Hilfe zu suchen... Ich weiß echt nicht, wie ich damit umgehen soll.. Mir tut auch meine Mutter leid, die alles so stillschweigend ertragen muss. Auch das negative Umfeld von meinem Vater, der oft so aggressiv ist und schlecht gelaunt und ihr nie etwas Gutes tut..<br />
<br />
Liebe Grüße<br />
Julia]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vorstellung]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=488</link>
			<pubDate>Wed, 06 Dec 2023 09:26:58 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=488</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe andere als Geschwister Betroffene!<br />
<br />
Schön, nicht allein zu sein damit. <br />
Ich bin 44 Jahre alt und habe zwei Brüder, sie sind beide jünger als ich.Wir haben die gleichen Eltern, der Altersabstand ist aber sehr groß. Ich habe außerdem einen liebevollen Mann und zwei Kinder.<br />
Meine beiden Brüder sind psychisch erkrankt.<br />
Der mittlere Bruder hat MS und Depressionen. Der jüngste Bruder hat Depressionen, Alkoholsucht, Spielsucht und Cannabissucht. Er wohnt noch bei unseren Eltern. Er war in diesem Jahr in stationärer Behandlung, aber ist nach vier Monaten rausgeflogen, weil er die Regeln an den Treffen teilzunehmen nicht eingehalten hat. Seitdem zieht er sich sehr zurück, spricht nicht mehr mit unseren Eltern, schließt sich lange ein und antwortet mir per WhatsApp nur selten/nach Wochen und nicht auf meine Fragen.<br />
Ich weiß nicht, wie es mit ihm weitergehen soll, er macht sein Leben komplett kaputt und das unserer Eltern auch. Sie leben unter ständiger Anspannung, aber er ist volljährig und kann nicht so einfach gegen seinen Willen irgendwo hingebracht werden.<br />
<br />
Ich versuche es für mich mit radikaler Akzeptanz der Situation und mit möglichst viel Abstand, aber ich kann nicht mehr mit unseren Eltern telefonieren, geschweige denn sie treffen, ohne mich danach total ausgelaugt zu fühlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe andere als Geschwister Betroffene!<br />
<br />
Schön, nicht allein zu sein damit. <br />
Ich bin 44 Jahre alt und habe zwei Brüder, sie sind beide jünger als ich.Wir haben die gleichen Eltern, der Altersabstand ist aber sehr groß. Ich habe außerdem einen liebevollen Mann und zwei Kinder.<br />
Meine beiden Brüder sind psychisch erkrankt.<br />
Der mittlere Bruder hat MS und Depressionen. Der jüngste Bruder hat Depressionen, Alkoholsucht, Spielsucht und Cannabissucht. Er wohnt noch bei unseren Eltern. Er war in diesem Jahr in stationärer Behandlung, aber ist nach vier Monaten rausgeflogen, weil er die Regeln an den Treffen teilzunehmen nicht eingehalten hat. Seitdem zieht er sich sehr zurück, spricht nicht mehr mit unseren Eltern, schließt sich lange ein und antwortet mir per WhatsApp nur selten/nach Wochen und nicht auf meine Fragen.<br />
Ich weiß nicht, wie es mit ihm weitergehen soll, er macht sein Leben komplett kaputt und das unserer Eltern auch. Sie leben unter ständiger Anspannung, aber er ist volljährig und kann nicht so einfach gegen seinen Willen irgendwo hingebracht werden.<br />
<br />
Ich versuche es für mich mit radikaler Akzeptanz der Situation und mit möglichst viel Abstand, aber ich kann nicht mehr mit unseren Eltern telefonieren, geschweige denn sie treffen, ohne mich danach total ausgelaugt zu fühlen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Steffi2 stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=486</link>
			<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 10:11:32 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=486</guid>
			<description><![CDATA[Hallo ihr, <br />
ich bin Mitte 40 und bereits mein Leben lang mit Bipolarität, Depressionen und daraus resultierender Sucht, umgeben. <br />
Erst mein Vater (welcher letztes Jahr auch in Folge seiner Erkrankung verstorben ist) und seit ca. 20 Jahren auch mit meiner Schwester. (ich bin die größere)<br />
Meine Schwester war immer sehr zart, hochsensibel und verletzlich, schon als Kind. Daher habe ich auch immer versucht sie zu schützen und für sie da zu sein. <br />
Je älter sie wurde, desto schwieriger wurde es. Die letzten Jahre hat sie gar keine Hilfe mehr annehmen können, wirft aber im selben Moment allen nahestehenden Menschen vor sie allein zu lassen. Ihre Medikamente hat sie abgesetzt, Therapien abgebrochen und verweigert es ihre Krankheit zu sehen, neuerdings ganz. Jetzt sind alle anderen schuld...<br />
Wahrscheinlich wisst ihr was ich meine. Manchmal bin ich echt verzweifelt. <br />
Seit dem Tod unseres Vaters ist es ganz schlimm. Hatte sie vorher meistens unsere Mutter auf dem Kieker, ging es jetzt voll gegen mich. (Wobei ich keinesfalls sagen will, das es besser ist ihr Zorn richtet sich gegen unsere Mutter, meine Mama leidet sehr darunter und mir ist lieber es trifft mich)<br />
Es kam auf, das sie in vielen Dingen bereits über Jahre massiv gelogen hat und wirklich schlimme Dinge gemacht hat. <br />
Ich weiß das es an ihrer Krankheit liegt, aber ich bin trotzdem so traurig darüber. Ich hab meine Schwester verloren mit der ich einst sehr eng verbunden war. <br />
<br />
<br />
Ich weiß ja das ihr teilweise extremes Verhalten nichts mit mir zu tun, aber manchmal, wie im Moment muss ich mich einfach ein Stück verstecken. Und dann kommt wieder das schlechte Gewissen, weil ich ihr ja eigentlich helfen will.<br />
Ach Mann, diese Krankheit ist ein Arschl... <br />
Ich merke es tut mir gut, das einfach mal loszuwerden, auch wenn es sich ein bißchen wie Verrat anfühlt.<br />
<br />
Abgesehen von den aus meiner Ursrpungsfamilie resultierenden Schwierigkeiten bin ich eine fröhliche, glücklich verheiratete Mama, die ihr Leben schon auch sehr geniessen kann.<br />
Geholfen haben mir jahrelange Psychotherapie,  Selbstfindungsseminare, mein Mann, gute Freunde und Yoga. <br />
Liebe Grüße an alle]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo ihr, <br />
ich bin Mitte 40 und bereits mein Leben lang mit Bipolarität, Depressionen und daraus resultierender Sucht, umgeben. <br />
Erst mein Vater (welcher letztes Jahr auch in Folge seiner Erkrankung verstorben ist) und seit ca. 20 Jahren auch mit meiner Schwester. (ich bin die größere)<br />
Meine Schwester war immer sehr zart, hochsensibel und verletzlich, schon als Kind. Daher habe ich auch immer versucht sie zu schützen und für sie da zu sein. <br />
Je älter sie wurde, desto schwieriger wurde es. Die letzten Jahre hat sie gar keine Hilfe mehr annehmen können, wirft aber im selben Moment allen nahestehenden Menschen vor sie allein zu lassen. Ihre Medikamente hat sie abgesetzt, Therapien abgebrochen und verweigert es ihre Krankheit zu sehen, neuerdings ganz. Jetzt sind alle anderen schuld...<br />
Wahrscheinlich wisst ihr was ich meine. Manchmal bin ich echt verzweifelt. <br />
Seit dem Tod unseres Vaters ist es ganz schlimm. Hatte sie vorher meistens unsere Mutter auf dem Kieker, ging es jetzt voll gegen mich. (Wobei ich keinesfalls sagen will, das es besser ist ihr Zorn richtet sich gegen unsere Mutter, meine Mama leidet sehr darunter und mir ist lieber es trifft mich)<br />
Es kam auf, das sie in vielen Dingen bereits über Jahre massiv gelogen hat und wirklich schlimme Dinge gemacht hat. <br />
Ich weiß das es an ihrer Krankheit liegt, aber ich bin trotzdem so traurig darüber. Ich hab meine Schwester verloren mit der ich einst sehr eng verbunden war. <br />
<br />
<br />
Ich weiß ja das ihr teilweise extremes Verhalten nichts mit mir zu tun, aber manchmal, wie im Moment muss ich mich einfach ein Stück verstecken. Und dann kommt wieder das schlechte Gewissen, weil ich ihr ja eigentlich helfen will.<br />
Ach Mann, diese Krankheit ist ein Arschl... <br />
Ich merke es tut mir gut, das einfach mal loszuwerden, auch wenn es sich ein bißchen wie Verrat anfühlt.<br />
<br />
Abgesehen von den aus meiner Ursrpungsfamilie resultierenden Schwierigkeiten bin ich eine fröhliche, glücklich verheiratete Mama, die ihr Leben schon auch sehr geniessen kann.<br />
Geholfen haben mir jahrelange Psychotherapie,  Selbstfindungsseminare, mein Mann, gute Freunde und Yoga. <br />
Liebe Grüße an alle]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vorstellung Verita]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=484</link>
			<pubDate>Wed, 01 Mar 2023 22:07:25 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=484</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Geschwister,<br />
Ich habe erst vor kurzem das Geschwister Netzwerk gefunden über das Buch "Übersehene Geschwister" und freue mich sehr über diese Plattform. Mein zwei Jahre älterer Bruder (heute 39 J.) ist vor über 20 Jahren psychisch erkrankt. Er hat dadurch einiges durchgemacht: Schulabbruch, er wurde daraufhin von unserer Mutter zu einer Ausbildung gezwungen... die Auswirkung kann man sich vorstellen. Danach reihten sich bisher zwei Klinikaufenthalte und zwischendrin verschiedene Jobs mit häufigen Wechsel bzw. längere Perioden dazwischen ohne Arbeiten zu können, an. Mein Bruder war zwar in Therapie, hat diese aber auch über Jahre unterbrochen, Antidepressiva ohne ärztliche Begleitung oftmals selbst abgesetzt und irgendwann wieder genommen. Insgesamt ist unsere Familiensituation durch die ganze Situation sehr angespannt. Heute verstehe ich immer mehr, dass meine Eltern oder wir als Familie nicht gut umgegangen sind mit seiner Krankheit und ihm dadurch auch nicht so gut helfen konnten. Ich war wie so viele Geschwister immer sehr funktional und bin einfach mitgelaufen ohne größere Probleme auf den ersten Blick. Die letzten 20 Jahre habe ich vor allem als Mediator in der Familie gedient. Leider stelle ich erst jetzt fest wie sehr mich die ganze Situation auch belastet hat und sich vor allem auf meine Beziehungen, Freundschaften und auch das Arbeitsleben ausgewirkt hat. Ich habe meine Bedürnisse/Wünsche immer zurückgestellt, sodass ich heute quasi nicht mal weiß wer ich eigentlich bin, was meine Bedürfnisse sind und was ich für mich will. Ich bin über ein Coaching darauf gestoßen, dass es Studien zum Thema Geschwister von psychisch erkrankten Menschen gibt und dass die Verhaltensweisen, die ich aufweise und als Überlebensstrategie gelernt habe, sehr häufig vorkommen in dieser Situation. Jetzt bin ich ganz am Anfang von gefühlt einem langem Weg auf der Suche nach mir selbst. Das Buch "Übersehene Geschwister" hat mir schon sehr geholfen, ich bin nun auch auf einer Warteliste für eine Therapie, mache solange das Coaching weiter und werde nach einer Selbsthilfegruppe suchen. Ich freue mich über Austausch. Liebe Grüße und viel Kraft allen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Geschwister,<br />
Ich habe erst vor kurzem das Geschwister Netzwerk gefunden über das Buch "Übersehene Geschwister" und freue mich sehr über diese Plattform. Mein zwei Jahre älterer Bruder (heute 39 J.) ist vor über 20 Jahren psychisch erkrankt. Er hat dadurch einiges durchgemacht: Schulabbruch, er wurde daraufhin von unserer Mutter zu einer Ausbildung gezwungen... die Auswirkung kann man sich vorstellen. Danach reihten sich bisher zwei Klinikaufenthalte und zwischendrin verschiedene Jobs mit häufigen Wechsel bzw. längere Perioden dazwischen ohne Arbeiten zu können, an. Mein Bruder war zwar in Therapie, hat diese aber auch über Jahre unterbrochen, Antidepressiva ohne ärztliche Begleitung oftmals selbst abgesetzt und irgendwann wieder genommen. Insgesamt ist unsere Familiensituation durch die ganze Situation sehr angespannt. Heute verstehe ich immer mehr, dass meine Eltern oder wir als Familie nicht gut umgegangen sind mit seiner Krankheit und ihm dadurch auch nicht so gut helfen konnten. Ich war wie so viele Geschwister immer sehr funktional und bin einfach mitgelaufen ohne größere Probleme auf den ersten Blick. Die letzten 20 Jahre habe ich vor allem als Mediator in der Familie gedient. Leider stelle ich erst jetzt fest wie sehr mich die ganze Situation auch belastet hat und sich vor allem auf meine Beziehungen, Freundschaften und auch das Arbeitsleben ausgewirkt hat. Ich habe meine Bedürnisse/Wünsche immer zurückgestellt, sodass ich heute quasi nicht mal weiß wer ich eigentlich bin, was meine Bedürfnisse sind und was ich für mich will. Ich bin über ein Coaching darauf gestoßen, dass es Studien zum Thema Geschwister von psychisch erkrankten Menschen gibt und dass die Verhaltensweisen, die ich aufweise und als Überlebensstrategie gelernt habe, sehr häufig vorkommen in dieser Situation. Jetzt bin ich ganz am Anfang von gefühlt einem langem Weg auf der Suche nach mir selbst. Das Buch "Übersehene Geschwister" hat mir schon sehr geholfen, ich bin nun auch auf einer Warteliste für eine Therapie, mache solange das Coaching weiter und werde nach einer Selbsthilfegruppe suchen. Ich freue mich über Austausch. Liebe Grüße und viel Kraft allen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auswirkungen einer psychischen Erkrankung auf die ganze Familie]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=476</link>
			<pubDate>Mon, 15 Aug 2022 20:15:45 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=476</guid>
			<description><![CDATA[Hallo,<br />
ich bin 62 Jahre, Bruder einer seit 45 Jahren Border Line/Essstörung erkrankten Schwester (48) und eines depressiven Bruders (60). Die erkrankte Schwester lebt im Haushalt unsere Eltern (86/92).<br />
Die 45 jährige Sorge und das Bemühen um Gesundung ihrer Tochter bestimmen das Leben unserer Eltern, wirken sich in vieler Hinsicht belastend auf die Stammfamilie und meine eigene Familie (3 Kinder) aus. Meine Eltern haben ausschließlich ihre Tochter im Blick und dabei "die Realität" aus dem Blick verloren. Der Familie ist darüber zerbrochen. Aktuell eskaliert die Situation, da unsere Eltern vor ihrem naherückenden Lebensende unbedingt meine Schwester "gesund" machen wollen, um beruhigt die Augen zu schließen. Dazu versuchen sie alle Familienmitglieder zu ihrer eigenen Sichtweise und zugehöriger Unterstützung meiner Schwester zu zwingen. Das geht bis zur angedrohten Enterbung und dem "Ausschluß aus der Familie". Was meine Schwester bislang nicht gesund machte, wird jedoch jetzt auch nicht erfolgreich sein.<br />
Während der Beschäftigung mit dieser Situation entdecke meine "lebenslange" Vernachlässigung durch die Eltern, deren Interesselosigkeit an mir als "Gesundem", das nie endende Zurückstehen und in die hintere Reihe geschoben Sein, meine Verletzung, Eifersucht und Wut auf Eltern und Schwester. Ich fühle mich schuldig für diese Gefühle und gleichzeitig nicht bereit, das elende Spiel weiter mitzuspielen. <br />
Hat jemand Erfahrung aus vergleichbarer Situation und kann Rat zum Umgang mit diesen starken Gefühlen geben? Wo finde ich in diesem Forum Beiträge, die sich damit beschäftigen, wie die Erkrankung einer Person die Familie zerstört und auch wie Kranke ihre Krankheit als "Krankheitsgewinn" machtvoll zur Durchsetzung eigener Ziele einsetzen?<br />
Vielen Dank und lieben Gruß]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo,<br />
ich bin 62 Jahre, Bruder einer seit 45 Jahren Border Line/Essstörung erkrankten Schwester (48) und eines depressiven Bruders (60). Die erkrankte Schwester lebt im Haushalt unsere Eltern (86/92).<br />
Die 45 jährige Sorge und das Bemühen um Gesundung ihrer Tochter bestimmen das Leben unserer Eltern, wirken sich in vieler Hinsicht belastend auf die Stammfamilie und meine eigene Familie (3 Kinder) aus. Meine Eltern haben ausschließlich ihre Tochter im Blick und dabei "die Realität" aus dem Blick verloren. Der Familie ist darüber zerbrochen. Aktuell eskaliert die Situation, da unsere Eltern vor ihrem naherückenden Lebensende unbedingt meine Schwester "gesund" machen wollen, um beruhigt die Augen zu schließen. Dazu versuchen sie alle Familienmitglieder zu ihrer eigenen Sichtweise und zugehöriger Unterstützung meiner Schwester zu zwingen. Das geht bis zur angedrohten Enterbung und dem "Ausschluß aus der Familie". Was meine Schwester bislang nicht gesund machte, wird jedoch jetzt auch nicht erfolgreich sein.<br />
Während der Beschäftigung mit dieser Situation entdecke meine "lebenslange" Vernachlässigung durch die Eltern, deren Interesselosigkeit an mir als "Gesundem", das nie endende Zurückstehen und in die hintere Reihe geschoben Sein, meine Verletzung, Eifersucht und Wut auf Eltern und Schwester. Ich fühle mich schuldig für diese Gefühle und gleichzeitig nicht bereit, das elende Spiel weiter mitzuspielen. <br />
Hat jemand Erfahrung aus vergleichbarer Situation und kann Rat zum Umgang mit diesen starken Gefühlen geben? Wo finde ich in diesem Forum Beiträge, die sich damit beschäftigen, wie die Erkrankung einer Person die Familie zerstört und auch wie Kranke ihre Krankheit als "Krankheitsgewinn" machtvoll zur Durchsetzung eigener Ziele einsetzen?<br />
Vielen Dank und lieben Gruß]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Erwachen und doch Kind]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=472</link>
			<pubDate>Fri, 27 May 2022 18:53:02 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=472</guid>
			<description><![CDATA[Hallo!<br />
<br />
Ich bin 26 Jahre alt und bin angehender Lehrer. Ich bin damals mit 19 von zuhause weggezogen, um zu studieren und lebe seither auch alleine. Meine Familie bedeutet mir alles. Ich tue alles was ich kann für sie. Mein Vater war nicht gerade der beste Vater. Er war zwar immer da aber irgendwie haben meine Geschwister, meine Mutter und ich getrennt von ihm gelebt. In den gleichen vier Wänden und doch irgendwie  wie Fremde. Je älter ich wurde, desto einfacher war es für mich mit ihm klarzukommen. Er ist einfach anders als ich und ich musste lernen die Dinge zu akzeptieren. Klar so richtig Vater-Sohn sind wir nie geworden aber immerhin konnten wir reden und auch lachen. Ich konnte ihn nie um Hilfe bitten aber ich habe mich wenigstens wohl gefühlt. So weit so gut - schätze ich...<br />
<br />
Seit letztem Jahr arbeitet er mit meiner Mutter in einer Fabrik. So hat eigentlich alles angefangen. Es ging los mit Eifersucht und komischem Kontrollverhalten. Zuerst dachten wir das liegt vielleicht an der hormonellen Veränderung  weil die 50er Marke überschritten wurde. War komisch sich das anzuhören aber okay - schätze ich...<br />
<br />
Mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Beleidigungen. Hure. Nutte. Dann wurden Affären nachgesagt. Heimliche treffen in Kabinen. Die Kollegen lachen ihn angeblich aus. Machen sich lustig über ihn, weil seine Frau in der Fabrik rumhurt. Er hat sich auch nichts sagen lassen, weil er sieht wie meine Mutter mit den Kollegen flirtet. Und umgekehrt. Da ist nicht nur etwas in mir gebrochen, sondern auch entstanden. Große Wut. Dann kamen Morddrohungen. Meine Mutter verzweifelt und ich mit ihr. Wir haben uns Hilfe suchen wollen. Mein Vater rief uns damals "verpisst euch" hinterher. Komisch war es, dass er sich dann abkapselte, sich sammelte und dann entschuldigte. Die Entschuldigungen sahen so aus "ich verzeihe dir. Mir tut es auch leid. Aber pass ab jetzt besser auf." (Das sagt er zu meiner Mutter).<br />
<br />
Er drohte alle umzubringen. Die Arbeitskollegen, meine Mutter und sich selbst. Er kaufte GPS-Tracker, die er aber nie aufmachte. Er spielte Psychospielchen. Versteckt Gegenstände, damit er gefragt wird. Er beobachtet meine Mutter auf der Arbeit extra genau. <br />
<br />
Zeit vergeht und Wogen glätten sich. Nicht für mich aber für den Rest der Familie. Jetzt gab es immer wieder solche Phasen. Noch immer dachten wir, dass das nur eine Phase ist. Hormonelle Veränderungen. Jetzt kam es zu einem Vorfall. Auf der Arbeit ist er tatsächlich handgreiflich geworden. Er hat einen Kollegen geschlagen. Sein Vorwurf lautet, dass dieser Kollege (60 Jahre alt) die Autoreifen von seinem Wagen abgeschraubt hat. Er wollte also einen Unfall verursachen. Er meinte auch, dass er das alles gesehen hat.<br />
<br />
Hintergrund: Mein Vater fährt einen sehr rostigen Wagen, bei dem die Reifen und Bremsen gewechselt wurden von einem Hobby-Mechaniker. Muss natürlich kein Fehler sein. Kann sein, aber muss nicht. Wie gesagt, der Wagen war eh schon alt und rostig. Jedenfalls ist sein Autoreifen auf dem Heimweg weggerollt. Es gab zum Glück keine Verletzte. <br />
<br />
Ich weiß um ehrlich zu sein nicht,  was mein Vater hat. <br />
Ich weiß nicht, ob er krank ist. Ich weiß nur, dass er nicht er selbst ist. Er war kein toller Vater oder Ehemann. Aber er war nie gewalttätig und nie so aggressiv, wie jetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo!<br />
<br />
Ich bin 26 Jahre alt und bin angehender Lehrer. Ich bin damals mit 19 von zuhause weggezogen, um zu studieren und lebe seither auch alleine. Meine Familie bedeutet mir alles. Ich tue alles was ich kann für sie. Mein Vater war nicht gerade der beste Vater. Er war zwar immer da aber irgendwie haben meine Geschwister, meine Mutter und ich getrennt von ihm gelebt. In den gleichen vier Wänden und doch irgendwie  wie Fremde. Je älter ich wurde, desto einfacher war es für mich mit ihm klarzukommen. Er ist einfach anders als ich und ich musste lernen die Dinge zu akzeptieren. Klar so richtig Vater-Sohn sind wir nie geworden aber immerhin konnten wir reden und auch lachen. Ich konnte ihn nie um Hilfe bitten aber ich habe mich wenigstens wohl gefühlt. So weit so gut - schätze ich...<br />
<br />
Seit letztem Jahr arbeitet er mit meiner Mutter in einer Fabrik. So hat eigentlich alles angefangen. Es ging los mit Eifersucht und komischem Kontrollverhalten. Zuerst dachten wir das liegt vielleicht an der hormonellen Veränderung  weil die 50er Marke überschritten wurde. War komisch sich das anzuhören aber okay - schätze ich...<br />
<br />
Mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Beleidigungen. Hure. Nutte. Dann wurden Affären nachgesagt. Heimliche treffen in Kabinen. Die Kollegen lachen ihn angeblich aus. Machen sich lustig über ihn, weil seine Frau in der Fabrik rumhurt. Er hat sich auch nichts sagen lassen, weil er sieht wie meine Mutter mit den Kollegen flirtet. Und umgekehrt. Da ist nicht nur etwas in mir gebrochen, sondern auch entstanden. Große Wut. Dann kamen Morddrohungen. Meine Mutter verzweifelt und ich mit ihr. Wir haben uns Hilfe suchen wollen. Mein Vater rief uns damals "verpisst euch" hinterher. Komisch war es, dass er sich dann abkapselte, sich sammelte und dann entschuldigte. Die Entschuldigungen sahen so aus "ich verzeihe dir. Mir tut es auch leid. Aber pass ab jetzt besser auf." (Das sagt er zu meiner Mutter).<br />
<br />
Er drohte alle umzubringen. Die Arbeitskollegen, meine Mutter und sich selbst. Er kaufte GPS-Tracker, die er aber nie aufmachte. Er spielte Psychospielchen. Versteckt Gegenstände, damit er gefragt wird. Er beobachtet meine Mutter auf der Arbeit extra genau. <br />
<br />
Zeit vergeht und Wogen glätten sich. Nicht für mich aber für den Rest der Familie. Jetzt gab es immer wieder solche Phasen. Noch immer dachten wir, dass das nur eine Phase ist. Hormonelle Veränderungen. Jetzt kam es zu einem Vorfall. Auf der Arbeit ist er tatsächlich handgreiflich geworden. Er hat einen Kollegen geschlagen. Sein Vorwurf lautet, dass dieser Kollege (60 Jahre alt) die Autoreifen von seinem Wagen abgeschraubt hat. Er wollte also einen Unfall verursachen. Er meinte auch, dass er das alles gesehen hat.<br />
<br />
Hintergrund: Mein Vater fährt einen sehr rostigen Wagen, bei dem die Reifen und Bremsen gewechselt wurden von einem Hobby-Mechaniker. Muss natürlich kein Fehler sein. Kann sein, aber muss nicht. Wie gesagt, der Wagen war eh schon alt und rostig. Jedenfalls ist sein Autoreifen auf dem Heimweg weggerollt. Es gab zum Glück keine Verletzte. <br />
<br />
Ich weiß um ehrlich zu sein nicht,  was mein Vater hat. <br />
Ich weiß nicht, ob er krank ist. Ich weiß nur, dass er nicht er selbst ist. Er war kein toller Vater oder Ehemann. Aber er war nie gewalttätig und nie so aggressiv, wie jetzt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vorstellung Emely]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=471</link>
			<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 20:30:01 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=471</guid>
			<description><![CDATA[Hallo.<br />
 Mein Name ist Emely und ich bin 19 Jahre alt. Ich komme aus Norddeutschland direkt von der Ostsee. <br />
Ich habe einen 2,5 Jahre jüngeren Bruder. Dieser ist psychisch krank. Er hat eine narzisstische Tendenz (vor dem 18. Lebensjahr kann man keine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren), sowie eine Online-Spielsucht. Die Kombination hat ihn in die vollständige Isolation gebracht. Wir beide leben noch in unserem Elternhaus, was die Lage für mich natürlich nicht vereinfacht. <br />
Mein Bruder hatte bisher einen stationären Aufenthalt, welcher jedoch abgebrochen werden musste da er sich weigerte jegliche Therapien zu beginnen. <br />
Ich habe im September meine Ausbildung als Ergotherapeutin begonnen ,wodurch mir in der Theorie der Thematik von Psychischen Krankheiten im Jugendalter bekannt ist. <br />
Die Ausbildung meines Bruders musste er nach 4 Monaten abbrechen, da zum einen die Sucht des Online-Gamings zu hoch war zum anderen hat er angefangen somatische Magen-Darm-Probleme zu entwickeln. Dadurch ist er nicht mehr zur Arbeit gegangen.<br />
<br />
Mein Bruder hat starke Probleme Entscheidung zu treffen und unter Druck zu stehen. Sein Abwehrverhalten ist dann sehr aggressiv und drohend. (Zudem muss man sagen, dass ein 17 jähriger deutlich massiver ist als eine 19 jähre ist). Jedoch wird er hierbei nie handgreiflich-es bleibt bei dem Androhen. <br />
<br />
Soooo. Das ein wenig von mir. Ich hoffe auf Menschen zu treffen, die verstehen was es bedeutet in so einer Familiendynamik zu leben und funktionieren zu müssen. <br />
<br />
Mit besten Grüßen <br />
Emy]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo.<br />
 Mein Name ist Emely und ich bin 19 Jahre alt. Ich komme aus Norddeutschland direkt von der Ostsee. <br />
Ich habe einen 2,5 Jahre jüngeren Bruder. Dieser ist psychisch krank. Er hat eine narzisstische Tendenz (vor dem 18. Lebensjahr kann man keine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren), sowie eine Online-Spielsucht. Die Kombination hat ihn in die vollständige Isolation gebracht. Wir beide leben noch in unserem Elternhaus, was die Lage für mich natürlich nicht vereinfacht. <br />
Mein Bruder hatte bisher einen stationären Aufenthalt, welcher jedoch abgebrochen werden musste da er sich weigerte jegliche Therapien zu beginnen. <br />
Ich habe im September meine Ausbildung als Ergotherapeutin begonnen ,wodurch mir in der Theorie der Thematik von Psychischen Krankheiten im Jugendalter bekannt ist. <br />
Die Ausbildung meines Bruders musste er nach 4 Monaten abbrechen, da zum einen die Sucht des Online-Gamings zu hoch war zum anderen hat er angefangen somatische Magen-Darm-Probleme zu entwickeln. Dadurch ist er nicht mehr zur Arbeit gegangen.<br />
<br />
Mein Bruder hat starke Probleme Entscheidung zu treffen und unter Druck zu stehen. Sein Abwehrverhalten ist dann sehr aggressiv und drohend. (Zudem muss man sagen, dass ein 17 jähriger deutlich massiver ist als eine 19 jähre ist). Jedoch wird er hierbei nie handgreiflich-es bleibt bei dem Androhen. <br />
<br />
Soooo. Das ein wenig von mir. Ich hoffe auf Menschen zu treffen, die verstehen was es bedeutet in so einer Familiendynamik zu leben und funktionieren zu müssen. <br />
<br />
Mit besten Grüßen <br />
Emy]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fischlein stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=466</link>
			<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 16:15:38 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=466</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Alle,<br />
<br />
jetzt springe ich mal ins kalte Wasser und stelle mich vor. Ich bin 61, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Meine Schwester ist 5 1/2 Jahre älter als ich. Sie war schon immer mega schwierig und unsere Mutter hat so manchen Drahtseilakt hinter sich gebracht um meine Schwester zu unterstützen und "auf Spur" zu halten. Unterstützung oder Wissen über psychische Krankheiten gabs in unserer Familie damals nicht. Das Verheimlichen und irgendwie Bewältigen der Schwierigkeiten stand da eher im Vordergrund, die Scham über den unerkannten Wahnsinn in einem dazu noch schwierigen Beziehungsverhältnis der Eltern, das zusätzlich auch keine Unterstützung bot. In der Zwischenzeit hat meine Schwester multiple Hospitalisierungen hinter sich, die erste ernsthafte mit 33, bei der ich aktiv beteiligt war, da ich zu der Zeit auch in den USA war (meine Schwester lebt in den USA). Ihre Diagnose bewegt sich irgendwo zwischen schwerer Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie. Sie lebt wie erwähnt in den USA, worüber ich einerseits froh bin, weil allein geographisch ein Abstand gegeben ist; andererseits ist es schwierig, ihr Hilfe zu organisieren, wenn sie dekompensiert.<br />
<br />
Letztes Jahr konnte ich die Hospitalisierung meiner Schwester von Deutschland aus in die Gänge bringen. Unsere beiden Eltern sind 2019/2020 binnen vier Monaten beide verstorben, es war damals schon klar, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, wann meine Schwester ihren Halt verlieren würde, zumal sie schon immer mit ihren Medikamenten auf Kriegsfuß steht. Von vielen wurde mir geraten, dass ich mich nicht einmischen soll, dass ich auf die Distanz Deutschland - USA eh nichts bewirken kann. Der Gedanke, dass meine Schwester unter Umständen einfach auf der Straße verrecken würde, hat mich nicht losgelassen, das aber nicht unbedingt, weil wir einmal ein unbeschreiblich gutes Verhältnis und persönliche Nähe hatten; über viele Umwege und einfach auch nur glückliche Zufälle konnte ich dann von weitem doch noch eine Intervention ankurbeln. Zur Zeit hat sie endlich (wieder) eine Sachwalterin und wird im Februar nach langem Psychiatrieaufenthalt und eng betreutem Wohnen in eine Art "selbstständigere" Wohngruppe ziehen. Ich telefoniere nur sehr selten mit ihr, da ich leider zu einem fixen Bestandteil ihres psychotischen Systems geworden bin, nebst der Tatsache, dass sie auf mich schon seit unserer Kindheit extrem eifersüchtig war. All das ist sehr anstrengend, weil sie mich für alles verantwortlich macht und leider nicht die Fähigkeit besitzt, ihr Verhalten in irgendeiner Form zu reflektieren. Ich bin mir nicht sicher, ob in unserem Kontakt jemals wieder eine Art Gespräch von Herz zu Herz möglich sein wird.<br />
<br />
Das, was mich persönlich momentan am meisten beschäftigt, ist die Erkenntnis, dass ich in meiner Kindheit/Jugend durch die allgegenwärtigen Schwierigkeiten mit meiner Schwester eigentlich traumatisiert bin. Bis vor kurzem war ich mit der "all das ist zu schaffen und zu bewältigen Strategie" beschäftigt. Ich bin selbst Psychotherapeutin, ein Lebensplan, auf den ich sicherlich vom Ursprung meiner Ursprungsfamilie gekommen bin. Da ging es primär um Wissen einzuholen, das Wissen wie in Akutsituationen zu handeln ist, das Wissen über die Zeichen einer beginnenden Dekompensation, ich habe über 10 Jahre selbst in der Psychiatrie gearbeitet - man sollte meinen, ich hätte es in Bezug auf das eigenen Trauma besser wissen sollen....letztendlich ging es primär darum, das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren, die ja letztendlich eh nichts anderes als eine Illusion ist. Wieso ich so lange gebraucht habe um das zu verstehen, ist mir heute ein Rätsel.<br />
<br />
Die Erkenntnis kam erst nach dem Tod unserer Mutter, die schon seit einigen Jahren vor ihrem Tod den Kontakt zu meiner Schwester nur auf Sparflamme hielt, weil sie selbst einfach keine Kraft mehr hatte. Also war ich irgendwie das Bindeglied, wenn es zu Psychiatrieaufenthalten kam, hab ich mit den Ärzten geredet, Geldüberweisungen für sie organisiert etc. Ich hätte mich auch jederzeit vor unserer Mutter gestellt um sie vor den Attacken meiner Schwester zu schützen. In den kurzen Wochen ihres Sterbens hat mich unsere Mutter inständig gebeten, ich möge meine Schwester von ihr fern halten, mit der Erklärung, dass sie jetzt all ihre Kraft zum Sterben benötigen würde. Da saß ich so richtig zwischen den Stühlen, weil ich für meine Schwester mir sehr gewünscht hätte , dass sie noch mit unserer Mutter sprechen hätte können, aber letztendlich bin ich dem Wunsch unserer Mutter gefolgt.<br />
<br />
Ich sage mir oft, dass all mein Lernen und die Dinge, die ich gemacht habe um an mir selbst zu arbeiten, doch nicht umsonst gewesen sein können. Bis vor dem Tod unserer Eltern hatte ich eine kleine psychotherapeutische Praxis, dann kam Corona und Stillstand mit der Frage, was und wozu ich das überhaupt alles mache - so ne richtige Sinnkrise, aus der ich mich (glaube ich) langsam wieder raus arbeite. Im Zuge dessen stolpere ich über unglaubliche Selbstzweifel, über innere Hürden in die Sichtbarkeit zu kommen - auch und vor allem im Kontext die Vergangenheit zu benennen und so zu beschreiben, wie sie für mich tatsächlich war und zum Teil immer noch ist. Das, was einmal innere Struktur/Sinn war, zerfällt quasi vor meinen Augen und der eigentliche Wahnsinn wird immer klarer. <br />
<br />
Damit möchte ich mich erst einmal vorstellen und so einen Schritt in eine "wörtliche" Sichtbarkeit machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Alle,<br />
<br />
jetzt springe ich mal ins kalte Wasser und stelle mich vor. Ich bin 61, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Meine Schwester ist 5 1/2 Jahre älter als ich. Sie war schon immer mega schwierig und unsere Mutter hat so manchen Drahtseilakt hinter sich gebracht um meine Schwester zu unterstützen und "auf Spur" zu halten. Unterstützung oder Wissen über psychische Krankheiten gabs in unserer Familie damals nicht. Das Verheimlichen und irgendwie Bewältigen der Schwierigkeiten stand da eher im Vordergrund, die Scham über den unerkannten Wahnsinn in einem dazu noch schwierigen Beziehungsverhältnis der Eltern, das zusätzlich auch keine Unterstützung bot. In der Zwischenzeit hat meine Schwester multiple Hospitalisierungen hinter sich, die erste ernsthafte mit 33, bei der ich aktiv beteiligt war, da ich zu der Zeit auch in den USA war (meine Schwester lebt in den USA). Ihre Diagnose bewegt sich irgendwo zwischen schwerer Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie. Sie lebt wie erwähnt in den USA, worüber ich einerseits froh bin, weil allein geographisch ein Abstand gegeben ist; andererseits ist es schwierig, ihr Hilfe zu organisieren, wenn sie dekompensiert.<br />
<br />
Letztes Jahr konnte ich die Hospitalisierung meiner Schwester von Deutschland aus in die Gänge bringen. Unsere beiden Eltern sind 2019/2020 binnen vier Monaten beide verstorben, es war damals schon klar, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, wann meine Schwester ihren Halt verlieren würde, zumal sie schon immer mit ihren Medikamenten auf Kriegsfuß steht. Von vielen wurde mir geraten, dass ich mich nicht einmischen soll, dass ich auf die Distanz Deutschland - USA eh nichts bewirken kann. Der Gedanke, dass meine Schwester unter Umständen einfach auf der Straße verrecken würde, hat mich nicht losgelassen, das aber nicht unbedingt, weil wir einmal ein unbeschreiblich gutes Verhältnis und persönliche Nähe hatten; über viele Umwege und einfach auch nur glückliche Zufälle konnte ich dann von weitem doch noch eine Intervention ankurbeln. Zur Zeit hat sie endlich (wieder) eine Sachwalterin und wird im Februar nach langem Psychiatrieaufenthalt und eng betreutem Wohnen in eine Art "selbstständigere" Wohngruppe ziehen. Ich telefoniere nur sehr selten mit ihr, da ich leider zu einem fixen Bestandteil ihres psychotischen Systems geworden bin, nebst der Tatsache, dass sie auf mich schon seit unserer Kindheit extrem eifersüchtig war. All das ist sehr anstrengend, weil sie mich für alles verantwortlich macht und leider nicht die Fähigkeit besitzt, ihr Verhalten in irgendeiner Form zu reflektieren. Ich bin mir nicht sicher, ob in unserem Kontakt jemals wieder eine Art Gespräch von Herz zu Herz möglich sein wird.<br />
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Das, was mich persönlich momentan am meisten beschäftigt, ist die Erkenntnis, dass ich in meiner Kindheit/Jugend durch die allgegenwärtigen Schwierigkeiten mit meiner Schwester eigentlich traumatisiert bin. Bis vor kurzem war ich mit der "all das ist zu schaffen und zu bewältigen Strategie" beschäftigt. Ich bin selbst Psychotherapeutin, ein Lebensplan, auf den ich sicherlich vom Ursprung meiner Ursprungsfamilie gekommen bin. Da ging es primär um Wissen einzuholen, das Wissen wie in Akutsituationen zu handeln ist, das Wissen über die Zeichen einer beginnenden Dekompensation, ich habe über 10 Jahre selbst in der Psychiatrie gearbeitet - man sollte meinen, ich hätte es in Bezug auf das eigenen Trauma besser wissen sollen....letztendlich ging es primär darum, das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren, die ja letztendlich eh nichts anderes als eine Illusion ist. Wieso ich so lange gebraucht habe um das zu verstehen, ist mir heute ein Rätsel.<br />
<br />
Die Erkenntnis kam erst nach dem Tod unserer Mutter, die schon seit einigen Jahren vor ihrem Tod den Kontakt zu meiner Schwester nur auf Sparflamme hielt, weil sie selbst einfach keine Kraft mehr hatte. Also war ich irgendwie das Bindeglied, wenn es zu Psychiatrieaufenthalten kam, hab ich mit den Ärzten geredet, Geldüberweisungen für sie organisiert etc. Ich hätte mich auch jederzeit vor unserer Mutter gestellt um sie vor den Attacken meiner Schwester zu schützen. In den kurzen Wochen ihres Sterbens hat mich unsere Mutter inständig gebeten, ich möge meine Schwester von ihr fern halten, mit der Erklärung, dass sie jetzt all ihre Kraft zum Sterben benötigen würde. Da saß ich so richtig zwischen den Stühlen, weil ich für meine Schwester mir sehr gewünscht hätte , dass sie noch mit unserer Mutter sprechen hätte können, aber letztendlich bin ich dem Wunsch unserer Mutter gefolgt.<br />
<br />
Ich sage mir oft, dass all mein Lernen und die Dinge, die ich gemacht habe um an mir selbst zu arbeiten, doch nicht umsonst gewesen sein können. Bis vor dem Tod unserer Eltern hatte ich eine kleine psychotherapeutische Praxis, dann kam Corona und Stillstand mit der Frage, was und wozu ich das überhaupt alles mache - so ne richtige Sinnkrise, aus der ich mich (glaube ich) langsam wieder raus arbeite. Im Zuge dessen stolpere ich über unglaubliche Selbstzweifel, über innere Hürden in die Sichtbarkeit zu kommen - auch und vor allem im Kontext die Vergangenheit zu benennen und so zu beschreiben, wie sie für mich tatsächlich war und zum Teil immer noch ist. Das, was einmal innere Struktur/Sinn war, zerfällt quasi vor meinen Augen und der eigentliche Wahnsinn wird immer klarer. <br />
<br />
Damit möchte ich mich erst einmal vorstellen und so einen Schritt in eine "wörtliche" Sichtbarkeit machen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schwester89 stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=455</link>
			<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 11:12:46 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=455</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Geschwister<br />
<br />
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich unheimlich froh bin, dieses Netzwerk gefunden zu haben und zu sehen, dass es anderen Geschwistern auch so geht.<br />
<br />
Ich möchte euch die Situation mit meinem hochsensiblen Bruder schildern und wäre so dankbar um einen Kommentar oder Tipp von eurer Seite. Wir haben ein sehr enges und gutes Verhältnis, helfen einander, haben uns lieb und ich bin seine Bezugsperson Nr 1. <br />
<br />
Mein Bruder ist 3 Jahre jünger als ich (heute 29 J.) und war seit ich denken kann das "Sorgenkind" unserer Familie. Alles was mir sehr leicht fiel, war für ihn schwierig und er hatte schon früh in der Schule Probleme, weshalb meine Eltern immer wieder von den Lehrern eingeladen wurde, er war immer sehr höflich und hilfsbereit aber hatte Mühe mit der Konzentration und hat andere abgelenkt, er musste schon als Kind verschiedene Abklärungen machen und in eine Ergotherapie. Ich war quasi ein Selbstläufer und habe erfolgreich die Schule und Lehre absolviert und einen guten Platz im Berufsleben gefunden, ich hatte immer viele soziale Kontakte und alles ging ring für mich, meine Eltern mussten sich nie gross um mich kümmern. <br />
Bei ihm war es leider das Gegenteil, besonders schlimm wurde es, als er die Lehre als Logistiker angefangen hat, da hat er angefangen zu kiffen da er mit dem Druck bei der Arbeit nicht klarkam, ich würde sagen, dass er da bereits hochsensibel war. Immer wieder hat er gefehlt bei der Arbeit oder in der Schule, wir haben ihn täglich ermutigt, haben ihm beim lernen geholfen und ihn unterstützt wo es ging, mein Vater hat ihn fast jeden Tag 40 Minuten zur Arbeit gefahren um ihm den Weg etwas zu erleichtern. Wir haben ihm auch einen Abbruch der Lehre vorgeschlagen, da es ihm so schlecht ging, aber er wollte es "durchziehen". Die letzten 2 Monate vor Lehrabschluss ging es ihm dann gar nicht gut, er hatte Mühe mit seinem sehr bösen und strengen Lehrmeister und musste jeden morgen vor der Arbeit erbrechen und hatte Panikattacken. Er liess sich dann die letzten zwei Monate krankschreiben und hat die Abschlussprüfungen knapp nicht bestanden. Wir haben als Familie Rekurs eingelegt und sind durchgekommen, sodass er dann seinen Abschluss hatte. Von da an wurde es schwieriger, er wollte nicht mehr arbeiten, da er so schlechte Erfahrungen mit der Arbeitswelt gemacht hat. Wir haben ihn ermutigt und immer wieder hat er neue Jobs angefangen und dann wieder hingeschmissen. Der Cannabis Konsum wurde mehr und mehr sodass er dann täglich gekifft hat, was er bis heute macht. Er hat verschiedene Coachings ausprobiert aber in eine Psychotherapie wollte er nie. Als er sich dann auch noch mit seinem Freundeskreis verstritten hat (seine Freundin hatte etwas mit seinem Freund), hatte er auch keine sozialen Kontakte mehr. Ich habe mich sehr um sein Wohl gesorgt und hatte Angst um ihn, habe dann meinen Job gekündet und ging mit ihm 4 Monate reisen, damit er positive Erlebnisse und Erfahrungen sammeln konnte und von all dem Negativen und dem Druck zu Hause einmal wegkam. Während dem Reisen ging es ihm richtig gut, er hat nicht gekifft in dieser Zeit und wurde sehr positiv. Als wir zurück kamen haben wir ihm einen Job gesucht (ich habe ihm immer bei den Bewerbungen geholfen und ihn für die Interviews gecoacht) und auch gleich einen tollen Logistik-Job mit angenehmeren Arbeitszeiten gefunden. Diesen hat er 2 Jahre durchgezogen, mal war es mühsam und mal war es ok aber generell hatte er zum ersten Mal etwas mehr Stabilität im Berufsleben, seine Kollegen mochten ihn und die Chefs waren super happy mit ihm und lobten ihn viel. Anfang dieses Jahres 2021 ging es ihm dann wieder schlechter, er wollte nicht mehr arbeiten, konnte nicht mehr und hatte wieder die selben morgendlichen Probleme (Erbrechen, Panikattacken, Angstzustände). Sodass er sich krankschreiben liess und kurz darauf per Ende Mai gekündet hat. Sein Cannabis Konsum ist wieder gestiegen, nun wohnt er alleine (direkt neben mir), ist nach wie vor krankgeschrieben und zieht sich bis auf den Kontakt zu mir und unseren Eltern komplett zurück. Andere Drogen oder Alkohol hat er zum Glück nie konsumiert, aber das Cannabis hat eine Angststörung gefördert denke ich. Er möchte auch nicht damit aufhören, er sagt, das gehöre halt zu ihm und er konnte auch so arbeiten (hat einfach erst nach der Arbeit gekifft). Ich habe einen sehr stressigen Job und bin sehr ausgelastet und habe oft das Gefühl, dass ich ihn "alleine" lasse. Aber ich kann ihn ja auch nicht rund um die Uhr betreuen. Er ist sehr gerne alleine, das macht ihm nichts aber ich habe das Gefühl, dass wenn er alleine ist, mehr negative als positive Gedanken wachsen. <br />
Positiv ist, dass er sich von mir überzeugen liess, in eine Psychotherapie zu gehen, was er nun seit Frühling diesen Jahres macht. Nun steht eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bevor, wo er weiterhin von der Versicherung bezahlt wird und ohne Druck für 3 Monate ein Arbeitstraining absolvieren kann. Nächste Woche haben wir das Gespräch (ich darf ihn sogar begleiten) mit dem Arbeitgeber und bereits jetzt schläft er nicht und hat Angst- und Panikzustände, ich habe das Gefühl, das ist viel stärker geworden. Ich bin absolut hilflos, meine Unterstützung und alles was ich sage oder tue scheinen nicht zu helfen. Er tut mir unendlich leid, denn er möchte eigentlich wieder arbeiten und Teil der Gesellschaft sein, aber sobald es "ernst" wird kommen seine Panikzustände und Zweifel und er kann nicht mehr klar denken. Für mich von aussen betrachtet unbegründet (das sage ich ihm natürlich nicht), aber für ihn der blanke Horror. Ich danke euch, dass ihr meine Zeilen gelesen habt und bin gespannt auf euer Feedback.<br />
Alles Liebe, Schwester89]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Geschwister<br />
<br />
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich unheimlich froh bin, dieses Netzwerk gefunden zu haben und zu sehen, dass es anderen Geschwistern auch so geht.<br />
<br />
Ich möchte euch die Situation mit meinem hochsensiblen Bruder schildern und wäre so dankbar um einen Kommentar oder Tipp von eurer Seite. Wir haben ein sehr enges und gutes Verhältnis, helfen einander, haben uns lieb und ich bin seine Bezugsperson Nr 1. <br />
<br />
Mein Bruder ist 3 Jahre jünger als ich (heute 29 J.) und war seit ich denken kann das "Sorgenkind" unserer Familie. Alles was mir sehr leicht fiel, war für ihn schwierig und er hatte schon früh in der Schule Probleme, weshalb meine Eltern immer wieder von den Lehrern eingeladen wurde, er war immer sehr höflich und hilfsbereit aber hatte Mühe mit der Konzentration und hat andere abgelenkt, er musste schon als Kind verschiedene Abklärungen machen und in eine Ergotherapie. Ich war quasi ein Selbstläufer und habe erfolgreich die Schule und Lehre absolviert und einen guten Platz im Berufsleben gefunden, ich hatte immer viele soziale Kontakte und alles ging ring für mich, meine Eltern mussten sich nie gross um mich kümmern. <br />
Bei ihm war es leider das Gegenteil, besonders schlimm wurde es, als er die Lehre als Logistiker angefangen hat, da hat er angefangen zu kiffen da er mit dem Druck bei der Arbeit nicht klarkam, ich würde sagen, dass er da bereits hochsensibel war. Immer wieder hat er gefehlt bei der Arbeit oder in der Schule, wir haben ihn täglich ermutigt, haben ihm beim lernen geholfen und ihn unterstützt wo es ging, mein Vater hat ihn fast jeden Tag 40 Minuten zur Arbeit gefahren um ihm den Weg etwas zu erleichtern. Wir haben ihm auch einen Abbruch der Lehre vorgeschlagen, da es ihm so schlecht ging, aber er wollte es "durchziehen". Die letzten 2 Monate vor Lehrabschluss ging es ihm dann gar nicht gut, er hatte Mühe mit seinem sehr bösen und strengen Lehrmeister und musste jeden morgen vor der Arbeit erbrechen und hatte Panikattacken. Er liess sich dann die letzten zwei Monate krankschreiben und hat die Abschlussprüfungen knapp nicht bestanden. Wir haben als Familie Rekurs eingelegt und sind durchgekommen, sodass er dann seinen Abschluss hatte. Von da an wurde es schwieriger, er wollte nicht mehr arbeiten, da er so schlechte Erfahrungen mit der Arbeitswelt gemacht hat. Wir haben ihn ermutigt und immer wieder hat er neue Jobs angefangen und dann wieder hingeschmissen. Der Cannabis Konsum wurde mehr und mehr sodass er dann täglich gekifft hat, was er bis heute macht. Er hat verschiedene Coachings ausprobiert aber in eine Psychotherapie wollte er nie. Als er sich dann auch noch mit seinem Freundeskreis verstritten hat (seine Freundin hatte etwas mit seinem Freund), hatte er auch keine sozialen Kontakte mehr. Ich habe mich sehr um sein Wohl gesorgt und hatte Angst um ihn, habe dann meinen Job gekündet und ging mit ihm 4 Monate reisen, damit er positive Erlebnisse und Erfahrungen sammeln konnte und von all dem Negativen und dem Druck zu Hause einmal wegkam. Während dem Reisen ging es ihm richtig gut, er hat nicht gekifft in dieser Zeit und wurde sehr positiv. Als wir zurück kamen haben wir ihm einen Job gesucht (ich habe ihm immer bei den Bewerbungen geholfen und ihn für die Interviews gecoacht) und auch gleich einen tollen Logistik-Job mit angenehmeren Arbeitszeiten gefunden. Diesen hat er 2 Jahre durchgezogen, mal war es mühsam und mal war es ok aber generell hatte er zum ersten Mal etwas mehr Stabilität im Berufsleben, seine Kollegen mochten ihn und die Chefs waren super happy mit ihm und lobten ihn viel. Anfang dieses Jahres 2021 ging es ihm dann wieder schlechter, er wollte nicht mehr arbeiten, konnte nicht mehr und hatte wieder die selben morgendlichen Probleme (Erbrechen, Panikattacken, Angstzustände). Sodass er sich krankschreiben liess und kurz darauf per Ende Mai gekündet hat. Sein Cannabis Konsum ist wieder gestiegen, nun wohnt er alleine (direkt neben mir), ist nach wie vor krankgeschrieben und zieht sich bis auf den Kontakt zu mir und unseren Eltern komplett zurück. Andere Drogen oder Alkohol hat er zum Glück nie konsumiert, aber das Cannabis hat eine Angststörung gefördert denke ich. Er möchte auch nicht damit aufhören, er sagt, das gehöre halt zu ihm und er konnte auch so arbeiten (hat einfach erst nach der Arbeit gekifft). Ich habe einen sehr stressigen Job und bin sehr ausgelastet und habe oft das Gefühl, dass ich ihn "alleine" lasse. Aber ich kann ihn ja auch nicht rund um die Uhr betreuen. Er ist sehr gerne alleine, das macht ihm nichts aber ich habe das Gefühl, dass wenn er alleine ist, mehr negative als positive Gedanken wachsen. <br />
Positiv ist, dass er sich von mir überzeugen liess, in eine Psychotherapie zu gehen, was er nun seit Frühling diesen Jahres macht. Nun steht eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bevor, wo er weiterhin von der Versicherung bezahlt wird und ohne Druck für 3 Monate ein Arbeitstraining absolvieren kann. Nächste Woche haben wir das Gespräch (ich darf ihn sogar begleiten) mit dem Arbeitgeber und bereits jetzt schläft er nicht und hat Angst- und Panikzustände, ich habe das Gefühl, das ist viel stärker geworden. Ich bin absolut hilflos, meine Unterstützung und alles was ich sage oder tue scheinen nicht zu helfen. Er tut mir unendlich leid, denn er möchte eigentlich wieder arbeiten und Teil der Gesellschaft sein, aber sobald es "ernst" wird kommen seine Panikzustände und Zweifel und er kann nicht mehr klar denken. Für mich von aussen betrachtet unbegründet (das sage ich ihm natürlich nicht), aber für ihn der blanke Horror. Ich danke euch, dass ihr meine Zeilen gelesen habt und bin gespannt auf euer Feedback.<br />
Alles Liebe, Schwester89]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Goldfisch stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=454</link>
			<pubDate>Sun, 21 Nov 2021 17:52:37 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=454</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Community,<br />
<br />
da ich momentan noch auf einen Therapieplatz warte, bin ich auf der Suche nach dem Austausch mit Gleichgesinnten. Daher: Schön, hier zu sein!<br />
Ich bin 24 Jahre alt und versuche einen Weg zu finden, mit meiner Schwester richtig umzugehen.<br />
<br />
Meine 4 Jahre ältere Schwester leidet nun seit circa 5 Jahren an Psychosen, manischen Depressionen, Schizophrenie und ist zugleich über die letzten Jahre in esoterische Kreise abgerutscht, die ihre arme kaputte Seele wohl noch mehr angreifen und ihr umso mehr schädigen. Schon in ihrer Jugend konnte man merken, dass sie häufig depressive Phasen hatte, sie war immer die beste in der Schule und hatte nicht wirklich gute Freunde in ihrem Umfeld. Sie war immer sehr kreativ und hyperintelligent und konnte sich in andere Welten, Bücher, Filme etc. verlieren.<br />
Das erste mal war sie vor 5 Jahren in einer Klinik in Spanien, nachdem sie mit dem Hubschrauber aus dem Meer gefischt wurde. Sie wollte laut ihren Erzählungen herausfinden, ob Aliens den Hubschrauber fliegen. Aus der Klinik ist sie nach zwei Tagen ausgebrochen oder wurde entlassen, sie erzählt verschiedene Versionen der Story. Seitdem wurde meine Papa alle paar Monate aus verschiedenen Ländern angerufen, in denen meine Schwester eingewiesen wurde. Sie hat sich dennoch immer gegen eine langzeitige Behandlung gewehrt und hängt leider in ihren esoterischen Methoden (wahrscheinlich auch psychedelische Drogen). Zudem ist sie nirgends gemeldet, nicht versichert und auch ihre Geldeinnahmequelle ist uns unklar. Vor zwei Wochen hatten wir wieder eine heiße Phase, in der sie am Telefon um unsere Hilfe gefleht hat. Meine Eltern sind sehr liebevolle Eltern und verzweifeln an der Geschichte genauso wie ich. Wir lieben meine Schwester sehr und würden ihr unglaublich gerne helfen. Immer wenn wir dann tatsächlich zur Hilfe antanzen, werden wir jedes mal auf ein neues auf den Boden der Tatsachen gezogen, dass wir ihr einfach nicht helfen können. Es zerbricht mir das Herz. Auch dieses mal wollte sie uns letztendlich wieder nur benutzen, um an Geld und neue Sachen zu kommen, war aber nicht dazu bereit, um mit uns zu kooperieren und sich helfen zu lassen. Sie ist sehr verkommen, ungepflegt, wusste nicht mehr wie sie sich wäscht und wie man sich die Zähne putzt. Sie erzählte viel über die Lichtnahrung, dessen Praxis sie nun befolgt. Wir gingen im Streit auseinander, als sie auf dem Weg in eine Klinik an einer Raststätte ausstieg und nicht mehr ins Auto einsteigen wollte. Die letzten Tage hat sie mir sehr oft geschrieben und mich auch zu sich eingeladen (wo auch immer das ist). Ich fühle mich schlecht ihr nicht zu antworten, fühle mich aber momentan auch nicht Stark genug, ihr entgegen zu treten, da mich die Tage mit ihr schon komplett ausgelaugt und fertig gemacht haben. <br />
<br />
Ich freue mich sehr über den Austausch hier im Forum und hoffe, dass wir uns gegenseitig Mut machen und Tips für den Umgang mit unseren Geschwistern geben können! &lt;3]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Community,<br />
<br />
da ich momentan noch auf einen Therapieplatz warte, bin ich auf der Suche nach dem Austausch mit Gleichgesinnten. Daher: Schön, hier zu sein!<br />
Ich bin 24 Jahre alt und versuche einen Weg zu finden, mit meiner Schwester richtig umzugehen.<br />
<br />
Meine 4 Jahre ältere Schwester leidet nun seit circa 5 Jahren an Psychosen, manischen Depressionen, Schizophrenie und ist zugleich über die letzten Jahre in esoterische Kreise abgerutscht, die ihre arme kaputte Seele wohl noch mehr angreifen und ihr umso mehr schädigen. Schon in ihrer Jugend konnte man merken, dass sie häufig depressive Phasen hatte, sie war immer die beste in der Schule und hatte nicht wirklich gute Freunde in ihrem Umfeld. Sie war immer sehr kreativ und hyperintelligent und konnte sich in andere Welten, Bücher, Filme etc. verlieren.<br />
Das erste mal war sie vor 5 Jahren in einer Klinik in Spanien, nachdem sie mit dem Hubschrauber aus dem Meer gefischt wurde. Sie wollte laut ihren Erzählungen herausfinden, ob Aliens den Hubschrauber fliegen. Aus der Klinik ist sie nach zwei Tagen ausgebrochen oder wurde entlassen, sie erzählt verschiedene Versionen der Story. Seitdem wurde meine Papa alle paar Monate aus verschiedenen Ländern angerufen, in denen meine Schwester eingewiesen wurde. Sie hat sich dennoch immer gegen eine langzeitige Behandlung gewehrt und hängt leider in ihren esoterischen Methoden (wahrscheinlich auch psychedelische Drogen). Zudem ist sie nirgends gemeldet, nicht versichert und auch ihre Geldeinnahmequelle ist uns unklar. Vor zwei Wochen hatten wir wieder eine heiße Phase, in der sie am Telefon um unsere Hilfe gefleht hat. Meine Eltern sind sehr liebevolle Eltern und verzweifeln an der Geschichte genauso wie ich. Wir lieben meine Schwester sehr und würden ihr unglaublich gerne helfen. Immer wenn wir dann tatsächlich zur Hilfe antanzen, werden wir jedes mal auf ein neues auf den Boden der Tatsachen gezogen, dass wir ihr einfach nicht helfen können. Es zerbricht mir das Herz. Auch dieses mal wollte sie uns letztendlich wieder nur benutzen, um an Geld und neue Sachen zu kommen, war aber nicht dazu bereit, um mit uns zu kooperieren und sich helfen zu lassen. Sie ist sehr verkommen, ungepflegt, wusste nicht mehr wie sie sich wäscht und wie man sich die Zähne putzt. Sie erzählte viel über die Lichtnahrung, dessen Praxis sie nun befolgt. Wir gingen im Streit auseinander, als sie auf dem Weg in eine Klinik an einer Raststätte ausstieg und nicht mehr ins Auto einsteigen wollte. Die letzten Tage hat sie mir sehr oft geschrieben und mich auch zu sich eingeladen (wo auch immer das ist). Ich fühle mich schlecht ihr nicht zu antworten, fühle mich aber momentan auch nicht Stark genug, ihr entgegen zu treten, da mich die Tage mit ihr schon komplett ausgelaugt und fertig gemacht haben. <br />
<br />
Ich freue mich sehr über den Austausch hier im Forum und hoffe, dass wir uns gegenseitig Mut machen und Tips für den Umgang mit unseren Geschwistern geben können! &lt;3]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vorstellung]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=453</link>
			<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 09:55:14 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=453</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Leute,<br />
<br />
Ich bin seit einiger Zeit dabei etwas für Geschwister von psychisch Erkrankten zu finden. Drum bin ich ganz glücklich hier in ein Austausch mit vielleicht ähnlich betroffenen Personen zu kommen.<br />
<br />
Meine liebe Schwester ist vor etwa 14 Jahren an Bipolare Störung erkrankt (Ausbruch).<br />
<br />
Seitdem hat sich meine Welt verändert.  Nicht nur, daß ich die erste Bezugsperon für sie war, auch ihre verbalen Übergriffe sind mittlerweile fast schon unerträglich für mich.<br />
<br />
Irgendwie, als wenn das Unglück sie sucht passieren Dinge in ihrer Gegenwart oder treten in ihr leben, welche diese Krankheit auch noch extrem begünstigen. So beispielsweise ihr auch nicht ganz gesunder Mann in ihr Leben trat oder unser Vater vor ihren Augen (im Krankenhaus), als sie Mitternacht alleine mit ihm war, vestarb.<br />
<br />
Ich möchte  an dieser Stelle mit meiner Story nicht nerven aber mit eines habe ich heute zu kämpfen-  "Was ist mit mir?"<br />
Denn auch ich merke, dass ich mich mittlerweile stark verändert habe zu der alten von früher. Sicherlich treten viele Faktoren dazu bei aber eines ganz bestimmt, stelle ich fest: Mein psychischer Zustand ist ebenfalls nicht mehr in bester Ordnung, gesteuert durch die aufdringlichen Sichtweisen und der Art meiner Schwester.<br />
<br />
Das merke ich im Familienleben, auf der Arbeit und auch unter Umständen bei Kontakten mit Freunden.<br />
<br />
Mittlerweile fällt es mir schwer zu unterscheiden,  was ist nun noch normal und was ist wahn?<br />
<br />
Außerdem habe ich das Gefühl, dass mehr Menschen in meinem Umfeld psychische Probleme haben als es mir lieb ist, leider. Meine Mutter erzählt mir im Auto, nachdem bereits  mein Vater verstorben war, dass ihre Großmutter psychisch erkrankte, da sei sie ein Kind gewesen und sie habe bei ihnen gelebt. <br />
<br />
Auch die Mutter meines Mannes nimmt Psychopharmaka, mittlerweile selbstgesteuert sowie auch der Bruder.<br />
<br />
Ich frage mich in diesem Zusammenhang, bin ich auch soweit mittlerweile, dass ich es bräuchte?<br />
<br />
Bin ich alleine mit solchen Gedanken und Probleme? <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" /> <br />
<br />
Wie geht ihr damit um? <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" /> <br />
<br />
<br />
Im Übrigen hat meine Schwester auch Schizophrene Züge, laut Arzt.<br />
<br />
Vlg<br />
Tuelin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Leute,<br />
<br />
Ich bin seit einiger Zeit dabei etwas für Geschwister von psychisch Erkrankten zu finden. Drum bin ich ganz glücklich hier in ein Austausch mit vielleicht ähnlich betroffenen Personen zu kommen.<br />
<br />
Meine liebe Schwester ist vor etwa 14 Jahren an Bipolare Störung erkrankt (Ausbruch).<br />
<br />
Seitdem hat sich meine Welt verändert.  Nicht nur, daß ich die erste Bezugsperon für sie war, auch ihre verbalen Übergriffe sind mittlerweile fast schon unerträglich für mich.<br />
<br />
Irgendwie, als wenn das Unglück sie sucht passieren Dinge in ihrer Gegenwart oder treten in ihr leben, welche diese Krankheit auch noch extrem begünstigen. So beispielsweise ihr auch nicht ganz gesunder Mann in ihr Leben trat oder unser Vater vor ihren Augen (im Krankenhaus), als sie Mitternacht alleine mit ihm war, vestarb.<br />
<br />
Ich möchte  an dieser Stelle mit meiner Story nicht nerven aber mit eines habe ich heute zu kämpfen-  "Was ist mit mir?"<br />
Denn auch ich merke, dass ich mich mittlerweile stark verändert habe zu der alten von früher. Sicherlich treten viele Faktoren dazu bei aber eines ganz bestimmt, stelle ich fest: Mein psychischer Zustand ist ebenfalls nicht mehr in bester Ordnung, gesteuert durch die aufdringlichen Sichtweisen und der Art meiner Schwester.<br />
<br />
Das merke ich im Familienleben, auf der Arbeit und auch unter Umständen bei Kontakten mit Freunden.<br />
<br />
Mittlerweile fällt es mir schwer zu unterscheiden,  was ist nun noch normal und was ist wahn?<br />
<br />
Außerdem habe ich das Gefühl, dass mehr Menschen in meinem Umfeld psychische Probleme haben als es mir lieb ist, leider. Meine Mutter erzählt mir im Auto, nachdem bereits  mein Vater verstorben war, dass ihre Großmutter psychisch erkrankte, da sei sie ein Kind gewesen und sie habe bei ihnen gelebt. <br />
<br />
Auch die Mutter meines Mannes nimmt Psychopharmaka, mittlerweile selbstgesteuert sowie auch der Bruder.<br />
<br />
Ich frage mich in diesem Zusammenhang, bin ich auch soweit mittlerweile, dass ich es bräuchte?<br />
<br />
Bin ich alleine mit solchen Gedanken und Probleme? <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" /> <br />
<br />
Wie geht ihr damit um? <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" /> <br />
<br />
<br />
Im Übrigen hat meine Schwester auch Schizophrene Züge, laut Arzt.<br />
<br />
Vlg<br />
Tuelin]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[mar.tar stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=452</link>
			<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 09:06:54 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=452</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Geschwister,<br />
<br />
ich bin gerade so unheimlich froh, dass ich auf diesen Forum gestoßen bin und kann es nicht erwarten in den Beiträgen herumzustöbern. <br />
<br />
Also zu mir. Ich bin 32 und die ältere Schwester einer Borderlinerin (29 J.). Meine Familie hat viel durch, viele Schicksalsschläge, vor allem der T*d unserer Mutter vor 12 Jahren. Seitdem ging es auch mit der psychischen Gesundheit meiner Schwester bergab - viele, viele schmerzhafte Sachen sind vorgefallen, viele Anschuldigungen. Ich habe zwischendrin immer wieder für Monate den Kontakt abgebrochen, das letzte Mal vor 3 Jahren für ca. 6 Monate. Seither erfahre ich über unseren Vater immer nur das Nötigste, was für mich trotzdem jedes Mal sehr schwierig ist. Der bilaterale Kontakt mit ihr ist auf ein Minimum reduziert.<br />
<br />
Ich habe, bevor ich auf diese Vorstellungsrunde gestoßen bin, den Wiillkommens-Post gelesen und habe das Gefühl gehabt, zum 1. Mal spricht jemand aus, wie es mir geht. Denn genau so fühle ich mich. Ich versuche meinen Vater nicht mit meinen Problemen zu belasten, denn er hat genug mit denen meiner Schwester zu tun, wir reden kaum über sie, weil es eigentlich jedes Mal "etwas Neues" gibt, was sie gemacht hat. Es ist für ihn belastend darüber zu reden. Das verstehe ich. Möchte ich mit ihm darüber reden, wie es mir geht, wird es abgetan oder mit dem Kommentar "Meinst du mir geht es besser?" versehen. Das verstehe ich. Er ist näher dran, er ist Kontaktperson 1. Er will nicht immer darüber reden. Aber mit wem soll ich reden? Mein Mann versteht mich, ist da aber knallhart und würde am liebsten, dass ich den Kontakt dauerhaft abbreche. Aber es ist nun einmal meine Schwester... wie soll ich das machen und was würde das mit meinem Vater machen?<br />
<br />
Ich kam die letzten knapp 2 Jahre recht gut damit klar. Jetzt gerade jedoch ist es zu viel. Ich habe vor 1 1/2 Monaten geheiratet. Meine Schwester war erst da, konnte aber aufgrund ihrer emotionalen Überforderung weder mit in die Kirche noch hinterher zur Feier. Seitdem kam nichts von ihr. Keine Entschuldigung, keine Erklärung, kein einfaches "Tut mir Leid, dass ich nicht da war". Über die Diskussion des Weihnachtsgeschenks für den Vater ist es heute eskaliert. Ich habe ihr meine Sicht der Dinge geschildert, ihr gesagt, dass und wie sehr mich das verletzt. Habe ich Einsicht erwartet? Ja, vielleicht, aber die kam nicht. Stattdessen ein manipulatives Umdrehen und Verdrehen, was soweit geht, dass sie jetzt "wegen meiner nicht absehbaren Launen" nicht am Weihnachtsfest teilnehmen will und mir unterstellt, dass ich ihr den T*d wünsche. Sie holt Sachen heraus, die z.T. mehr als 15 Jahre zurückliegen, wirft es mir vor, nimmt dies als Entschuldigung für ihr Verhalten ("Was meinst du denn, wie ich mich damals bei xyz gefühlt habe? Glaubst du mir ging es anders?")... Sie macht die "Du bist die Lieblingstochter"-Anschuldigung auf, wirft mir vor, dass ich einen sicheren Job habe und sie in den Seilen hängt... Immer und immer wieder. Sie stellt sich als Opfer hin und glaubt ich sei die Täterin. <br />
<br />
Ich bin wieder am gleichen Punkt, an dem ich von vor 3 Jahren war. Ich erhoffe mir, dass ich hier in Beiträgen und Diskussionen Gleichgesinnte finde, meinen Schmerz/Wut/Trauer/Hilflosigkeit teilen kann. <br />
<br />
Herzlichst,<br />
mar.tar]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Geschwister,<br />
<br />
ich bin gerade so unheimlich froh, dass ich auf diesen Forum gestoßen bin und kann es nicht erwarten in den Beiträgen herumzustöbern. <br />
<br />
Also zu mir. Ich bin 32 und die ältere Schwester einer Borderlinerin (29 J.). Meine Familie hat viel durch, viele Schicksalsschläge, vor allem der T*d unserer Mutter vor 12 Jahren. Seitdem ging es auch mit der psychischen Gesundheit meiner Schwester bergab - viele, viele schmerzhafte Sachen sind vorgefallen, viele Anschuldigungen. Ich habe zwischendrin immer wieder für Monate den Kontakt abgebrochen, das letzte Mal vor 3 Jahren für ca. 6 Monate. Seither erfahre ich über unseren Vater immer nur das Nötigste, was für mich trotzdem jedes Mal sehr schwierig ist. Der bilaterale Kontakt mit ihr ist auf ein Minimum reduziert.<br />
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Ich habe, bevor ich auf diese Vorstellungsrunde gestoßen bin, den Wiillkommens-Post gelesen und habe das Gefühl gehabt, zum 1. Mal spricht jemand aus, wie es mir geht. Denn genau so fühle ich mich. Ich versuche meinen Vater nicht mit meinen Problemen zu belasten, denn er hat genug mit denen meiner Schwester zu tun, wir reden kaum über sie, weil es eigentlich jedes Mal "etwas Neues" gibt, was sie gemacht hat. Es ist für ihn belastend darüber zu reden. Das verstehe ich. Möchte ich mit ihm darüber reden, wie es mir geht, wird es abgetan oder mit dem Kommentar "Meinst du mir geht es besser?" versehen. Das verstehe ich. Er ist näher dran, er ist Kontaktperson 1. Er will nicht immer darüber reden. Aber mit wem soll ich reden? Mein Mann versteht mich, ist da aber knallhart und würde am liebsten, dass ich den Kontakt dauerhaft abbreche. Aber es ist nun einmal meine Schwester... wie soll ich das machen und was würde das mit meinem Vater machen?<br />
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Ich kam die letzten knapp 2 Jahre recht gut damit klar. Jetzt gerade jedoch ist es zu viel. Ich habe vor 1 1/2 Monaten geheiratet. Meine Schwester war erst da, konnte aber aufgrund ihrer emotionalen Überforderung weder mit in die Kirche noch hinterher zur Feier. Seitdem kam nichts von ihr. Keine Entschuldigung, keine Erklärung, kein einfaches "Tut mir Leid, dass ich nicht da war". Über die Diskussion des Weihnachtsgeschenks für den Vater ist es heute eskaliert. Ich habe ihr meine Sicht der Dinge geschildert, ihr gesagt, dass und wie sehr mich das verletzt. Habe ich Einsicht erwartet? Ja, vielleicht, aber die kam nicht. Stattdessen ein manipulatives Umdrehen und Verdrehen, was soweit geht, dass sie jetzt "wegen meiner nicht absehbaren Launen" nicht am Weihnachtsfest teilnehmen will und mir unterstellt, dass ich ihr den T*d wünsche. Sie holt Sachen heraus, die z.T. mehr als 15 Jahre zurückliegen, wirft es mir vor, nimmt dies als Entschuldigung für ihr Verhalten ("Was meinst du denn, wie ich mich damals bei xyz gefühlt habe? Glaubst du mir ging es anders?")... Sie macht die "Du bist die Lieblingstochter"-Anschuldigung auf, wirft mir vor, dass ich einen sicheren Job habe und sie in den Seilen hängt... Immer und immer wieder. Sie stellt sich als Opfer hin und glaubt ich sei die Täterin. <br />
<br />
Ich bin wieder am gleichen Punkt, an dem ich von vor 3 Jahren war. Ich erhoffe mir, dass ich hier in Beiträgen und Diskussionen Gleichgesinnte finde, meinen Schmerz/Wut/Trauer/Hilflosigkeit teilen kann. <br />
<br />
Herzlichst,<br />
mar.tar]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[BlauerKreiS stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=449</link>
			<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 09:02:25 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=449</guid>
			<description><![CDATA[Hey, ich bin 25 Jahre alt und bin gerade mit meinem Studium fertig. Meine Schwester ist 40 Jahre alt, sie hat verschiedene Psychische Erkrankungen. Unteranderem hat sie eine Borderline, eine Essstörung und eine Dissziative Persönlichkeitsstörung. Ich unterstütze sie jetzt seid 9 Jahren, zum Rest der Familie hat sie keinen Kontakt mehr, mit ausnahme meiner anderen Schwester, das Verhältnis ist aus unterschiedlichen Gründen auch schwierig. Ich stehe nun seid 9 Jahren zwischen meiner Familie die keinen Kontakt haben und auch nicht wissen dürfen das ich welchen habe und meiner Schwester. Das belastet mich sehr, dadurch habe ich kaum die Möglichkeit innerhalb der Familie jemanden zu haben mit dem ich mich austauschen kann. Ich rede regelmäßig mit meinen engsten Freunden, diese haben aber Schwierigkeiten das in irgendeiner Weise nachzuvollziehen.<br />
Das letzte Jahr war besonders hart. Meine Schwester war so gut wie gar nicht in der Realität, ihr System ist nahezu komplett zusammengebrochen, so das viele Sachen einfach raus gekommen sind die ich nicht wissen wollte und mit dem wissen sehr schlecht umgehen kann. Ich kann mich auch nicht so richtig mit meinen Freunden austauschen, weil es zu weit gehen würde und ich mir sehr sicher bin das sie auch nicht damit umgehen können. Nach einem großen Knall wurde es langsam besser, ich habe sie Besucht und es war okay, anders als sonst, aber nicht so schlimm wie ich dacht. <br />
Heute hat sie mir erzählt das ihre Ambulanten Hilfen wegfallen, eine Therapeutin hat sie schon lange nicht mehr und auch nichts in Aussicht und die einzigen Beiden Klinken die sie neben würden die Sinnvoll wären nehmen nicht mal mehr auf die Warteliste auf... So ziemlich jede Klink ist voll und immer wenn ich denke jetzt geht es aufwärts und es wird vielleicht doch gut dann geht es wieder Bergab. Ich habe nicht die direkt die Sorge das sie sich was antut, aber ich habe Angst das ich das nicht mehr tragen kann und viel mehr Menschen als ich hat sie auch nicht die sie annähernd auffangen können. Ich habe leider auch keine sinnvollen Tipps außer Durchhalten aber ich könnte verstehen wenn sie das nicht mehr möchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hey, ich bin 25 Jahre alt und bin gerade mit meinem Studium fertig. Meine Schwester ist 40 Jahre alt, sie hat verschiedene Psychische Erkrankungen. Unteranderem hat sie eine Borderline, eine Essstörung und eine Dissziative Persönlichkeitsstörung. Ich unterstütze sie jetzt seid 9 Jahren, zum Rest der Familie hat sie keinen Kontakt mehr, mit ausnahme meiner anderen Schwester, das Verhältnis ist aus unterschiedlichen Gründen auch schwierig. Ich stehe nun seid 9 Jahren zwischen meiner Familie die keinen Kontakt haben und auch nicht wissen dürfen das ich welchen habe und meiner Schwester. Das belastet mich sehr, dadurch habe ich kaum die Möglichkeit innerhalb der Familie jemanden zu haben mit dem ich mich austauschen kann. Ich rede regelmäßig mit meinen engsten Freunden, diese haben aber Schwierigkeiten das in irgendeiner Weise nachzuvollziehen.<br />
Das letzte Jahr war besonders hart. Meine Schwester war so gut wie gar nicht in der Realität, ihr System ist nahezu komplett zusammengebrochen, so das viele Sachen einfach raus gekommen sind die ich nicht wissen wollte und mit dem wissen sehr schlecht umgehen kann. Ich kann mich auch nicht so richtig mit meinen Freunden austauschen, weil es zu weit gehen würde und ich mir sehr sicher bin das sie auch nicht damit umgehen können. Nach einem großen Knall wurde es langsam besser, ich habe sie Besucht und es war okay, anders als sonst, aber nicht so schlimm wie ich dacht. <br />
Heute hat sie mir erzählt das ihre Ambulanten Hilfen wegfallen, eine Therapeutin hat sie schon lange nicht mehr und auch nichts in Aussicht und die einzigen Beiden Klinken die sie neben würden die Sinnvoll wären nehmen nicht mal mehr auf die Warteliste auf... So ziemlich jede Klink ist voll und immer wenn ich denke jetzt geht es aufwärts und es wird vielleicht doch gut dann geht es wieder Bergab. Ich habe nicht die direkt die Sorge das sie sich was antut, aber ich habe Angst das ich das nicht mehr tragen kann und viel mehr Menschen als ich hat sie auch nicht die sie annähernd auffangen können. Ich habe leider auch keine sinnvollen Tipps außer Durchhalten aber ich könnte verstehen wenn sie das nicht mehr möchte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auch ich bin ein Geschwisterkind]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=438</link>
			<pubDate>Thu, 13 May 2021 11:23:09 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=438</guid>
			<description><![CDATA[Hallo in die Runde,<br />
ich bin auf das Geschwisternetzwerk über das Buch “Übersehene Geschwister“ von Jana Hauschild gekommen. Ich muss sagen endlich - denn lange Jahre habe ich mich so alleine in dieser Situation gefühlt.<br />
<br />
Meine zwei älteren Brüder sind psychisch krank. Vor 20 Jahren erkrankte der fünf Jahre ältere an Schizophrenie, die chronisch werden sollte. Ich war damals 17 und wir standen uns sehr nah und ich war wahnsinnig überfordert. In der Familie wurde nicht offen darüber gesprochen. Unser Vater war schwer herzkrank und starb als ich 22 war. Dieser Verlust hat vieles noch mehr ins Ungleichgewicht gebracht und die Rückfälle bei meinem Bruder wurden häufiger. Leider war ich oft Teil seines Wahns. Es eskalierte so, dass ich die Polizei rufen musste, da mein Partner und ich mit dem äußersten rechneten. Den Kontakt habe ich seither abgebrochen. <br />
<br />
Währenddessen rutschte mein drei Jahre älterer Bruder in eine Online-Game-Sucht und isolierte sich sozial. Lange Zeit dachte ich, er leide an Depression. Doch seine Aggressionen nahmen zu und anders als unser älterer Bruder nahm er keine Hilfe an. Vor fünf Jahren bemerkte ich krasse Wesensveränderungen bei ihm - und psychotische Episoden. Leider ist auch bei ihm ein chronischer schizophrener Verlauf eingetreten und es droht der Verlust der Wohnung - phasenweise war er schon obdachlos und war suizidal.<br />
<br />
Für mich ist es immer noch ein absoluter Schock, dass auch der zweite Bruder erkrankt ist. Leider ist meine Mutter bipolar und phasenweise psychotisch und ich musste auch sie schon in eine Klinik einweisen. Sie sagt, sie glaubt nicht an schizophrenie und hat meine Versuche zu helfen (Kontakt zu Sozialarbeitern, betreutes Wohnen, rechtliche Betreuung,  Therapien/Rehas die ich organsierte) immer wieder sabotiert oder gegenüber der Brüder schlecht gemacht und ausgeredet. <br />
<br />
Im Juli 2020 habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Sie war manisch und der mittlere Bruder hatte wieder einen Suizid versucht. Sie schrie mich an, ich habe mich zu kümmern als Schwester. Aber nach 20 Jahren konnte ich nicht mehr. Burnout, ich war am Ende.<br />
<br />
Zu meinem mittleren Bruder schaffe ich seitdem keinen richtigen Kontakt herzustellen. Er hat kein Telefon. Bei seiner Wohnung treffe ich ihn nicht an und seit letztem Jahr habe ich auch Angst dort zu klingeln, weil ich nicht weiss, wie er gerade so drauf ist. Manchmal weiss ich nicht was schlimmer ist - alles voll mitbekommen oder Unwissenheit. <br />
<br />
Ich denke an alle drei, sie sind in meinem Herzen und werden es immer sein. Aber ich kann sie nicht retten und bin an meine Grenzen gekommen. Ich fühle Schuld, weil ich mich abgewendet habe. Bei jedem Anruf mit unbekannter Nummer habe ich immer noch Angst, dass es wieder die Polizei, eine Klinik, die Vermieter meiner Angehörigen sind. <br />
<br />
Ich weiss, für viele von euch ist das auch Realität. Sorry für diesen langen Text. Aber es tut gut, meine Geschichte mit euch zu teilen. <br />
<br />
Alles Gute und viele Grüße<br />
Jani]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo in die Runde,<br />
ich bin auf das Geschwisternetzwerk über das Buch “Übersehene Geschwister“ von Jana Hauschild gekommen. Ich muss sagen endlich - denn lange Jahre habe ich mich so alleine in dieser Situation gefühlt.<br />
<br />
Meine zwei älteren Brüder sind psychisch krank. Vor 20 Jahren erkrankte der fünf Jahre ältere an Schizophrenie, die chronisch werden sollte. Ich war damals 17 und wir standen uns sehr nah und ich war wahnsinnig überfordert. In der Familie wurde nicht offen darüber gesprochen. Unser Vater war schwer herzkrank und starb als ich 22 war. Dieser Verlust hat vieles noch mehr ins Ungleichgewicht gebracht und die Rückfälle bei meinem Bruder wurden häufiger. Leider war ich oft Teil seines Wahns. Es eskalierte so, dass ich die Polizei rufen musste, da mein Partner und ich mit dem äußersten rechneten. Den Kontakt habe ich seither abgebrochen. <br />
<br />
Währenddessen rutschte mein drei Jahre älterer Bruder in eine Online-Game-Sucht und isolierte sich sozial. Lange Zeit dachte ich, er leide an Depression. Doch seine Aggressionen nahmen zu und anders als unser älterer Bruder nahm er keine Hilfe an. Vor fünf Jahren bemerkte ich krasse Wesensveränderungen bei ihm - und psychotische Episoden. Leider ist auch bei ihm ein chronischer schizophrener Verlauf eingetreten und es droht der Verlust der Wohnung - phasenweise war er schon obdachlos und war suizidal.<br />
<br />
Für mich ist es immer noch ein absoluter Schock, dass auch der zweite Bruder erkrankt ist. Leider ist meine Mutter bipolar und phasenweise psychotisch und ich musste auch sie schon in eine Klinik einweisen. Sie sagt, sie glaubt nicht an schizophrenie und hat meine Versuche zu helfen (Kontakt zu Sozialarbeitern, betreutes Wohnen, rechtliche Betreuung,  Therapien/Rehas die ich organsierte) immer wieder sabotiert oder gegenüber der Brüder schlecht gemacht und ausgeredet. <br />
<br />
Im Juli 2020 habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Sie war manisch und der mittlere Bruder hatte wieder einen Suizid versucht. Sie schrie mich an, ich habe mich zu kümmern als Schwester. Aber nach 20 Jahren konnte ich nicht mehr. Burnout, ich war am Ende.<br />
<br />
Zu meinem mittleren Bruder schaffe ich seitdem keinen richtigen Kontakt herzustellen. Er hat kein Telefon. Bei seiner Wohnung treffe ich ihn nicht an und seit letztem Jahr habe ich auch Angst dort zu klingeln, weil ich nicht weiss, wie er gerade so drauf ist. Manchmal weiss ich nicht was schlimmer ist - alles voll mitbekommen oder Unwissenheit. <br />
<br />
Ich denke an alle drei, sie sind in meinem Herzen und werden es immer sein. Aber ich kann sie nicht retten und bin an meine Grenzen gekommen. Ich fühle Schuld, weil ich mich abgewendet habe. Bei jedem Anruf mit unbekannter Nummer habe ich immer noch Angst, dass es wieder die Polizei, eine Klinik, die Vermieter meiner Angehörigen sind. <br />
<br />
Ich weiss, für viele von euch ist das auch Realität. Sorry für diesen langen Text. Aber es tut gut, meine Geschichte mit euch zu teilen. <br />
<br />
Alles Gute und viele Grüße<br />
Jani]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mein Bruder Maxs ist 10.Jahre alt und Schwerstbehindert]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=436</link>
			<pubDate>Sun, 11 Apr 2021 18:05:11 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=436</guid>
			<description><![CDATA[Hallo Zusammen <br />
<br />
Ich bin Laura 18 Jahre alt. Mein Bruder Maxs ist 10.Jahre alt und Schwerstbehindert, der Grund war Sauerstoffmangel. Maxs kann nicht laufen und auch nicht reden wie wir, er macht mit jeden Tag Physiotherapie nach Vojta auf seiner Liege, die in seinem Zimmer ist. Auf der Liege wird er auch gewickelt. Wenn die Mama/ich mit ihm Vojta macht, muss eine von uns helfen, Maxs in Position zu halten. Das ist nicht einfach weil er versucht, sich immer rauszuwinden wie ein Wurm und er brüllt auch immer, weil Vojta anstrengend ist. Ich habe mal versucht alleine mit Maxs Vojta zu machen, geht fast nicht. Wir müssen es zu Zweit machen, wie ist das bei euch? Das Wickeln ist auch nicht immer so einfach, aber das bekommt noch eine alleine hin sonst ist Maxs ein ganz fröhlicher Junge <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> <br />
<br />
Gruß<br />
<br />
Laura]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo Zusammen <br />
<br />
Ich bin Laura 18 Jahre alt. Mein Bruder Maxs ist 10.Jahre alt und Schwerstbehindert, der Grund war Sauerstoffmangel. Maxs kann nicht laufen und auch nicht reden wie wir, er macht mit jeden Tag Physiotherapie nach Vojta auf seiner Liege, die in seinem Zimmer ist. Auf der Liege wird er auch gewickelt. Wenn die Mama/ich mit ihm Vojta macht, muss eine von uns helfen, Maxs in Position zu halten. Das ist nicht einfach weil er versucht, sich immer rauszuwinden wie ein Wurm und er brüllt auch immer, weil Vojta anstrengend ist. Ich habe mal versucht alleine mit Maxs Vojta zu machen, geht fast nicht. Wir müssen es zu Zweit machen, wie ist das bei euch? Das Wickeln ist auch nicht immer so einfach, aber das bekommt noch eine alleine hin sonst ist Maxs ein ganz fröhlicher Junge <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> <br />
<br />
Gruß<br />
<br />
Laura]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schwere Depression und Panikattacken meines Familienangehörigen]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=395</link>
			<pubDate>Sun, 07 Mar 2021 21:04:24 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=395</guid>
			<description><![CDATA[Hallo liebe Leute,<br />
<br />
ich würde gerne mit euch meine Erfahrungen bezüglich der Krankheit eines Familienangehörigen und meiner eigenen Krankheit teilen.<br />
Zunächst zu mir: Ich habe selbst seit früher Kindheit eine Depression bzw. seit früher Kindheit eine Art negative Grundstimmung gehabt. Dies hat sich dann zu einer persönlichen Lebenskrise gesteigert, als ich am Anfang meiner 20er Jahre war. Dann habe ich durch Medikation, Psychotherapie und Arbeit an mir selbst eine kleine Verbesserung meines Zustands erreichen können.<br />
<br />
Seit ca. 1 Jahr ist nun mein Familienangehöriger erkrankt. Vorher war er ein etwas schüchterner Mensch, eher in sich gekehrt und schien von außen hin eher genervt von allem. Seit der Erkrankung weiß ich aber, dass er mindestens so unglücklich wie ich war. <br />
In der ersten Phase (Beginn seiner offensichtlichen Krankheit) ist er extrem unsicher in allem, was er macht. Er macht sich Vorwürfe zu allem Möglichem, bereut jeden Schritt seines Lebens und hat extremen Selbsthass. Er bereut auch Entscheidungen, die er in und nach den ersten Krankheitssymptomen getroffen hat. Zudem sieht er keine Hoffnung auf eine Besserung seiner Situation, was mich noch besorgter macht, dass er auf dumme Gedanken kommen könnte. In dieser ersten Phase begannen auch seine sehr extremen Panikattacken. Einige Monate nach der ersten Phase begab er sich in eine Klinik, wo er mithilfe von Medikamenten und Psychotherapie eine starke Verbesserung bis hin zur einer fast "Normalisierung" seines Zustands erreichte. Diese Verbesserung hielt einige Monate an. Die Medikamente aus dieser ersten Phase nimmt er bis heute, jedoch hat ihn das nicht vor einer zweiten noch extremeren Phase der Depression mit Panikattacken bewahrt. <br />
<br />
Seit einigen Wochen hat nun die zweite Phase begonnen, in der er noch extremere Symptome aufweist. Dabei beschuldigt er sich selbst für alles und empfindet sich als wertlos. Das geht so weit, dass er sich selbst leicht schlägt und keine Ruhe findet. Bis heute wehrt er sich dagegen, wieder in eine Klinik zu gehen, da er sie für sinnlos erachtet. Es bringe ja eh nichts, da die Erkrankung eh wiederkäme.<br />
<br />
In der ersten Phase habe ich ihn allein, in der zweiten Phase zusammen mit Familienangehörigen und seiner Partnerin begleitet. Ich habe all meine eigenen Erfahrungen, all mein Wissen und alles, was ich zu diesem Thema gelesen habe mit ihm geteilt und habe versucht jede Hilfe zu leisten, die ich nur leisten kann. Ich, und nun auch meine Familienangehörigen, haben uns zerrissen um ihn zu helfen. Allein das alles so nah mitzuerleben hat mich bis ins Mark erschüttert. Es hat mein Herz gebrochen. Es hat mich dazu gebracht, selbst den Sinn des Lebens zu hinterfragen und mir alle Kraft genommen. Ich habe nun Angst vor der Zukunft. Angst, dass ich ihm nicht helfen kann. Angst, dass er nie wieder selbstständig wird und nie wieder zumindest ein zufriedenes Leben führen wird. Angst, dass sich seine Situation durch Schuldgefühle gegenüber uns als Familie verschlechtert. <br />
Diese Ereignisse der letzten Wochen haben meine ganze (kleine) Zuversicht für das Leben und die Zukunft vernichtet.<br />
<br />
Ich hoffe, ich war nicht zu ausschweifend. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder falls ihr Tipps habt, lasst es mich bitte wissen.<br />
<br />
Alles Gute euch!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo liebe Leute,<br />
<br />
ich würde gerne mit euch meine Erfahrungen bezüglich der Krankheit eines Familienangehörigen und meiner eigenen Krankheit teilen.<br />
Zunächst zu mir: Ich habe selbst seit früher Kindheit eine Depression bzw. seit früher Kindheit eine Art negative Grundstimmung gehabt. Dies hat sich dann zu einer persönlichen Lebenskrise gesteigert, als ich am Anfang meiner 20er Jahre war. Dann habe ich durch Medikation, Psychotherapie und Arbeit an mir selbst eine kleine Verbesserung meines Zustands erreichen können.<br />
<br />
Seit ca. 1 Jahr ist nun mein Familienangehöriger erkrankt. Vorher war er ein etwas schüchterner Mensch, eher in sich gekehrt und schien von außen hin eher genervt von allem. Seit der Erkrankung weiß ich aber, dass er mindestens so unglücklich wie ich war. <br />
In der ersten Phase (Beginn seiner offensichtlichen Krankheit) ist er extrem unsicher in allem, was er macht. Er macht sich Vorwürfe zu allem Möglichem, bereut jeden Schritt seines Lebens und hat extremen Selbsthass. Er bereut auch Entscheidungen, die er in und nach den ersten Krankheitssymptomen getroffen hat. Zudem sieht er keine Hoffnung auf eine Besserung seiner Situation, was mich noch besorgter macht, dass er auf dumme Gedanken kommen könnte. In dieser ersten Phase begannen auch seine sehr extremen Panikattacken. Einige Monate nach der ersten Phase begab er sich in eine Klinik, wo er mithilfe von Medikamenten und Psychotherapie eine starke Verbesserung bis hin zur einer fast "Normalisierung" seines Zustands erreichte. Diese Verbesserung hielt einige Monate an. Die Medikamente aus dieser ersten Phase nimmt er bis heute, jedoch hat ihn das nicht vor einer zweiten noch extremeren Phase der Depression mit Panikattacken bewahrt. <br />
<br />
Seit einigen Wochen hat nun die zweite Phase begonnen, in der er noch extremere Symptome aufweist. Dabei beschuldigt er sich selbst für alles und empfindet sich als wertlos. Das geht so weit, dass er sich selbst leicht schlägt und keine Ruhe findet. Bis heute wehrt er sich dagegen, wieder in eine Klinik zu gehen, da er sie für sinnlos erachtet. Es bringe ja eh nichts, da die Erkrankung eh wiederkäme.<br />
<br />
In der ersten Phase habe ich ihn allein, in der zweiten Phase zusammen mit Familienangehörigen und seiner Partnerin begleitet. Ich habe all meine eigenen Erfahrungen, all mein Wissen und alles, was ich zu diesem Thema gelesen habe mit ihm geteilt und habe versucht jede Hilfe zu leisten, die ich nur leisten kann. Ich, und nun auch meine Familienangehörigen, haben uns zerrissen um ihn zu helfen. Allein das alles so nah mitzuerleben hat mich bis ins Mark erschüttert. Es hat mein Herz gebrochen. Es hat mich dazu gebracht, selbst den Sinn des Lebens zu hinterfragen und mir alle Kraft genommen. Ich habe nun Angst vor der Zukunft. Angst, dass ich ihm nicht helfen kann. Angst, dass er nie wieder selbstständig wird und nie wieder zumindest ein zufriedenes Leben führen wird. Angst, dass sich seine Situation durch Schuldgefühle gegenüber uns als Familie verschlechtert. <br />
Diese Ereignisse der letzten Wochen haben meine ganze (kleine) Zuversicht für das Leben und die Zukunft vernichtet.<br />
<br />
Ich hoffe, ich war nicht zu ausschweifend. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder falls ihr Tipps habt, lasst es mich bitte wissen.<br />
<br />
Alles Gute euch!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Michi93 stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=384</link>
			<pubDate>Thu, 04 Mar 2021 11:48:13 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=384</guid>
			<description><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
ich bin 27 und habe eine 3 Jahre ältere Schwester, welche eine seltene Generkrankung hat, die sich auch in einer psychischen Störung ausdrückt. Das eigentlich tragische ist, dass erst vor gut einem Jahr die Diagnose gestellt wurde. Davor haben meine Eltern zwar alles mögliche versucht, um Antworten zu finden, warum bei ihr alles so problematisch ist, aber damals konnte man diese Krankheit noch nicht feststellen.<br />
Konkret hat man seit dem Kindergartenalter eine Entwicklungsverzögerung bei ihr beobachtet, sie war/ist verhaltensauffällig, hat zeitweise starke Stimmungsschwankungen, kann sich nicht richtig einfügen in die Gesellschaft bzw. muss sich viel Mühe geben, um gesellschaftskonform zu sein, sie denkt/fühlt oft anders und trifft manchmal Entscheidungen, die jeder andere als unvernünftig einstuft, aber sie lässt sich auch nicht von ihrer Haltung abbringen, wenn man mit ihr darüber redet. Es wurde als Autismus-Spektrumstörung eingeordnet. <br />
Sie hat zwar das Abitur, hat dann aber alles mögliche angefangen zu studieren und wieder abgebrochen und wohnt seit ein paar Jahren wieder bei meinen Eltern und geht einer geringfügigen Beschäftigung nach. Jetzt wo man weiß, dass sie diese Krankheit hat, gäbe es auch Hilfsangebote für sie, eine Ausbildung oder ein Studium zu machen, wo sie dann auch psychologisch betreut wird usw., aber dazu müsste sie ausziehen und sie ist halt mit der Situation zufrieden, wie sie derzeit ist und will da nichts verändern.<br />
<br />
Zur Zeit beschäftigt mich die Frage, welche Auswirkungen das auf mich hatte. Bei mir lief auch einiges schief. Das was ich in meinen späten Teenager-Jahren durchgemacht habe, würde ich als Lebenskrise bezeichnen, seit dem häng ich irgendwie fest. Ich habe zwar eine abgeschlossene Ausbildung und Bachelorstudium, aber ich tue mich sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen, bin sozial unsicher bis ängstlich und in Sachen Beziehung ging bisher noch nichts und das ist halt sehr deprimierend. Ein Leben lang allein zu sein ist für mich keine Perspektive, da kann der Beruf noch so toll sein. Und so ein paar Kontakte, wo man sich ab und zu trifft und was macht und wo ich mich einigermaßen wohlfühlen kann, hätte ich auch gern.<br />
<br />
Bisher hab ich meine Probleme mit mir selbst ausgemacht. Ich war zwar vor ein paar Jahren mal bei einem Psychologen, aber da ging noch gar nichts, da war es mehr die Herausforderung überhaupt dort hin zu gehen. Es war nicht möglich mich da zu öffnen. Seit ein paar Monaten rede ich aber innerhalb der Familie mehr über meine Probleme. Sie sehen den Grund in der der Erkrankung meiner Schwester und meinen dass es damit zusammenhängt. Ich hab zunächst gedacht, dass das zu einfach ist und das sie jetzt alles darauf schieben wollen, aber ich hab mich jetzt doch damit beschäftigt und mittlerweile denke ich, dass es vielleicht doch zum großen Teil damit zu tun hat.<br />
<br />
Ich denke, dass ich selbstsicherer und stabiler durch die Jugend gekommen wäre, dass diese Soziale Phobie (oder was das ist) und gewisse Verhaltensstörungen sich nicht so ausprägen hätten können, wenn sie diese Krankheit nicht gehabt hätte oder wenn man gewusst hätte, dass sie diese Krankheit hat. Es wäre natürlich trotzdem schwierig geworden, auch wenn man von der Krankheit gewusst hätte, aber dann hätte man einen besseren Umgang finden können, dann hätte ich mich weniger bzw. schon früher selbst orientiert und nicht an ihr. Es gab viele Situationen z.B. Jugendtreff usw., wo ich lieber allein hingegangen wäre, weil ich gar nicht wusste wie ich mich verhalten soll, wenn sie sich so verhält. Die zweite Auswirkung, die es auf mich hatte, ist, dass es für meine Probleme und die meiner jüngeren Schwester keinen Platz gab. Es war ständig irgendwas mit ihr, entweder körperlich oder dass sie in der Schule gemobbt wurde oder sonstiges. Und es gab halt keine Antwort, warum bei ihr das alles so ist. Wenn ich da auch noch gekommen und gesagt hätte "ich hab gerade auch ein größeres Problem", das wäre gar nicht gegangen. Und als drittes denke ich, dass die Erziehung und die Beziehung zu meinen Eltern insgesamt lockerer gewesen wäre, wenn man von der Krankheit von Anfang an gewusst hätte. Man muss dazu sagen, dass von Kindergärtnerinnen und Lehrern unterschwellig meinen Eltern oft gesagt wurde, dass da in der Erziehung irgendwas nicht stimmen kann. Und beim ersten Kind ist man sich ja noch unsicher, ob man es richtig macht und es gab ja sonst keine Antwort, warum sie so ist, also war das die Einzige Erklärung und dann war da natürlich die Angst, es bei den nächsten Kindern (also bei mir) genauso falsch zu machen.<br />
<br />
Also ich denke, dass ich das alles irgendwie aufarbeiten muss und dazu wohl auch psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen soll/darf. Eine tiefenpsychologische Therapie wäre vermutlich das Richtige. Ich glaub es wird jetzt schon deutlich besser gehen, mich da zu öffnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
ich bin 27 und habe eine 3 Jahre ältere Schwester, welche eine seltene Generkrankung hat, die sich auch in einer psychischen Störung ausdrückt. Das eigentlich tragische ist, dass erst vor gut einem Jahr die Diagnose gestellt wurde. Davor haben meine Eltern zwar alles mögliche versucht, um Antworten zu finden, warum bei ihr alles so problematisch ist, aber damals konnte man diese Krankheit noch nicht feststellen.<br />
Konkret hat man seit dem Kindergartenalter eine Entwicklungsverzögerung bei ihr beobachtet, sie war/ist verhaltensauffällig, hat zeitweise starke Stimmungsschwankungen, kann sich nicht richtig einfügen in die Gesellschaft bzw. muss sich viel Mühe geben, um gesellschaftskonform zu sein, sie denkt/fühlt oft anders und trifft manchmal Entscheidungen, die jeder andere als unvernünftig einstuft, aber sie lässt sich auch nicht von ihrer Haltung abbringen, wenn man mit ihr darüber redet. Es wurde als Autismus-Spektrumstörung eingeordnet. <br />
Sie hat zwar das Abitur, hat dann aber alles mögliche angefangen zu studieren und wieder abgebrochen und wohnt seit ein paar Jahren wieder bei meinen Eltern und geht einer geringfügigen Beschäftigung nach. Jetzt wo man weiß, dass sie diese Krankheit hat, gäbe es auch Hilfsangebote für sie, eine Ausbildung oder ein Studium zu machen, wo sie dann auch psychologisch betreut wird usw., aber dazu müsste sie ausziehen und sie ist halt mit der Situation zufrieden, wie sie derzeit ist und will da nichts verändern.<br />
<br />
Zur Zeit beschäftigt mich die Frage, welche Auswirkungen das auf mich hatte. Bei mir lief auch einiges schief. Das was ich in meinen späten Teenager-Jahren durchgemacht habe, würde ich als Lebenskrise bezeichnen, seit dem häng ich irgendwie fest. Ich habe zwar eine abgeschlossene Ausbildung und Bachelorstudium, aber ich tue mich sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen, bin sozial unsicher bis ängstlich und in Sachen Beziehung ging bisher noch nichts und das ist halt sehr deprimierend. Ein Leben lang allein zu sein ist für mich keine Perspektive, da kann der Beruf noch so toll sein. Und so ein paar Kontakte, wo man sich ab und zu trifft und was macht und wo ich mich einigermaßen wohlfühlen kann, hätte ich auch gern.<br />
<br />
Bisher hab ich meine Probleme mit mir selbst ausgemacht. Ich war zwar vor ein paar Jahren mal bei einem Psychologen, aber da ging noch gar nichts, da war es mehr die Herausforderung überhaupt dort hin zu gehen. Es war nicht möglich mich da zu öffnen. Seit ein paar Monaten rede ich aber innerhalb der Familie mehr über meine Probleme. Sie sehen den Grund in der der Erkrankung meiner Schwester und meinen dass es damit zusammenhängt. Ich hab zunächst gedacht, dass das zu einfach ist und das sie jetzt alles darauf schieben wollen, aber ich hab mich jetzt doch damit beschäftigt und mittlerweile denke ich, dass es vielleicht doch zum großen Teil damit zu tun hat.<br />
<br />
Ich denke, dass ich selbstsicherer und stabiler durch die Jugend gekommen wäre, dass diese Soziale Phobie (oder was das ist) und gewisse Verhaltensstörungen sich nicht so ausprägen hätten können, wenn sie diese Krankheit nicht gehabt hätte oder wenn man gewusst hätte, dass sie diese Krankheit hat. Es wäre natürlich trotzdem schwierig geworden, auch wenn man von der Krankheit gewusst hätte, aber dann hätte man einen besseren Umgang finden können, dann hätte ich mich weniger bzw. schon früher selbst orientiert und nicht an ihr. Es gab viele Situationen z.B. Jugendtreff usw., wo ich lieber allein hingegangen wäre, weil ich gar nicht wusste wie ich mich verhalten soll, wenn sie sich so verhält. Die zweite Auswirkung, die es auf mich hatte, ist, dass es für meine Probleme und die meiner jüngeren Schwester keinen Platz gab. Es war ständig irgendwas mit ihr, entweder körperlich oder dass sie in der Schule gemobbt wurde oder sonstiges. Und es gab halt keine Antwort, warum bei ihr das alles so ist. Wenn ich da auch noch gekommen und gesagt hätte "ich hab gerade auch ein größeres Problem", das wäre gar nicht gegangen. Und als drittes denke ich, dass die Erziehung und die Beziehung zu meinen Eltern insgesamt lockerer gewesen wäre, wenn man von der Krankheit von Anfang an gewusst hätte. Man muss dazu sagen, dass von Kindergärtnerinnen und Lehrern unterschwellig meinen Eltern oft gesagt wurde, dass da in der Erziehung irgendwas nicht stimmen kann. Und beim ersten Kind ist man sich ja noch unsicher, ob man es richtig macht und es gab ja sonst keine Antwort, warum sie so ist, also war das die Einzige Erklärung und dann war da natürlich die Angst, es bei den nächsten Kindern (also bei mir) genauso falsch zu machen.<br />
<br />
Also ich denke, dass ich das alles irgendwie aufarbeiten muss und dazu wohl auch psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen soll/darf. Eine tiefenpsychologische Therapie wäre vermutlich das Richtige. Ich glaub es wird jetzt schon deutlich besser gehen, mich da zu öffnen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gveon stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=323</link>
			<pubDate>Fri, 18 Sep 2020 11:22:41 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=323</guid>
			<description><![CDATA[Hallo zusammen, <br />
<br />
ich bin hier neu und habe persönlich keine psychischen Krankheiten. Aber meine Schwester (34) leidet seit mehreren Jahren unter Depression, Zwangsstörung (OCD) und v.a. Bordeilinie-Störung. Ihr Arzt ist sich nicht sicher, ob sie bipolar ist, kann das aber nicht ausschließen.<br />
<br />
Wir beide sind Ausländer aus einem Drittstaat, und sind nach Deutschland gegangen, um zu arbeiten (ich) und zu studieren (meine Schwester). Zu dieser Zeit war sie leicht manisch und hat viel Nützliches getan. In 2 Jahren ist ihr gelungen, fließend in Deutsch zu werden, eine Sprachprüfung mit sehr guten Noten zu bestehen, einen Studienplatz an einer Uni zu bekommen und einen wirklich gut bezahlten Job als Werkstudentin zu finden. Aber kurz danach verfiel sie in Depression. <br />
<br />
Schon seit mehr als einem Jahr kann sie meistens kaum etwas machen. Ab und zu geht es ihr zwar besser, aber ich kann nie vorhersagen, wie lange das hält (einen Tag, eine Woche oder einen Monat) und was die nächste Verschlechterung verursachen wird. Das könnte alles Mögliches sein - ein unbedachtes Wort, ein Beitrag im Internet, ein Problem mit einem gekauften Ware… Ich könnte das weiter und weiter aufzählen.<br />
<br />
Als ihr erstmals schlecht geworden ist, ging sie zu einem niedergelassenen Arzt und bekam eine Behandlung durch Antidepressiva, Neuroleptika und Anxiolytika. Ihr wurde auch empfohlen, zu psychotherapeutischen Gespräche zu gehen, welche sie nach 5-6 Sitzungen unterbrach, da sie sie als „sinnlos“ betrachtete. Meiner Ansicht nach haben die Medikamente ihr geholfen, um ihr Zustand zumindest zu stabilisieren. <br />
<br />
Leider hat sie schon zweimal ihre medikamentöse Behandlung unterbrochen. Erste Mai dauerte ca. 1 Monat, dann ging sie wieder zum Arzt, bekam wieder ihr Medizin und eine Verordnung von Krankenhausbehandlung. Bedauerlicherweise hat ihre Versicherung damals abgelehnt, die Kosten ihrer Krankenhausbehandlung zu übernehmen. Wir mussten die Sache einem Anwalt übergeben, und das dauerte fast 7 Monaten. <br />
<br />
Als die Versicherung endlich eine Zusage für Kostenübernahme erteilte, kam Corona in Spiel… Jetzt hat meine Schwester immer noch die Möglichkeit, in einer Klinik zu gehen, will das aber nicht mehr. Sie unterbrach ihre medikamentöse Behandlung, sie weigert sich, eine Maske zu tragen und die Wohnung zu verlassen. Manchmal geht es ihr immer noch ein bisschen besser, aber sie ist sehr, sehr schwach und depressiv. Sie sagt immer und immer wieder, dass die ganze Welt da draußen nicht real ist, dass sie sich nirgendwo mehr zuhause fühlt und dass sie nichts mehr will.   <br />
<br />
Ehrlich gesagt, ich fühle mich frustriert… Ich weiß nicht, wie noch ich ihr helfen kann und ich habe Angst, dass sie etwas tut, das nicht mehr rückgängig zu machen ist. <br />
<br />
Vielleicht habt ihr einen Rat, was ich tun kann? <br />
<br />
Ich bitte um Entschuldigung für mein schlechtes Deutsch und bedanke mich im Voraus für eure Antworten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo zusammen, <br />
<br />
ich bin hier neu und habe persönlich keine psychischen Krankheiten. Aber meine Schwester (34) leidet seit mehreren Jahren unter Depression, Zwangsstörung (OCD) und v.a. Bordeilinie-Störung. Ihr Arzt ist sich nicht sicher, ob sie bipolar ist, kann das aber nicht ausschließen.<br />
<br />
Wir beide sind Ausländer aus einem Drittstaat, und sind nach Deutschland gegangen, um zu arbeiten (ich) und zu studieren (meine Schwester). Zu dieser Zeit war sie leicht manisch und hat viel Nützliches getan. In 2 Jahren ist ihr gelungen, fließend in Deutsch zu werden, eine Sprachprüfung mit sehr guten Noten zu bestehen, einen Studienplatz an einer Uni zu bekommen und einen wirklich gut bezahlten Job als Werkstudentin zu finden. Aber kurz danach verfiel sie in Depression. <br />
<br />
Schon seit mehr als einem Jahr kann sie meistens kaum etwas machen. Ab und zu geht es ihr zwar besser, aber ich kann nie vorhersagen, wie lange das hält (einen Tag, eine Woche oder einen Monat) und was die nächste Verschlechterung verursachen wird. Das könnte alles Mögliches sein - ein unbedachtes Wort, ein Beitrag im Internet, ein Problem mit einem gekauften Ware… Ich könnte das weiter und weiter aufzählen.<br />
<br />
Als ihr erstmals schlecht geworden ist, ging sie zu einem niedergelassenen Arzt und bekam eine Behandlung durch Antidepressiva, Neuroleptika und Anxiolytika. Ihr wurde auch empfohlen, zu psychotherapeutischen Gespräche zu gehen, welche sie nach 5-6 Sitzungen unterbrach, da sie sie als „sinnlos“ betrachtete. Meiner Ansicht nach haben die Medikamente ihr geholfen, um ihr Zustand zumindest zu stabilisieren. <br />
<br />
Leider hat sie schon zweimal ihre medikamentöse Behandlung unterbrochen. Erste Mai dauerte ca. 1 Monat, dann ging sie wieder zum Arzt, bekam wieder ihr Medizin und eine Verordnung von Krankenhausbehandlung. Bedauerlicherweise hat ihre Versicherung damals abgelehnt, die Kosten ihrer Krankenhausbehandlung zu übernehmen. Wir mussten die Sache einem Anwalt übergeben, und das dauerte fast 7 Monaten. <br />
<br />
Als die Versicherung endlich eine Zusage für Kostenübernahme erteilte, kam Corona in Spiel… Jetzt hat meine Schwester immer noch die Möglichkeit, in einer Klinik zu gehen, will das aber nicht mehr. Sie unterbrach ihre medikamentöse Behandlung, sie weigert sich, eine Maske zu tragen und die Wohnung zu verlassen. Manchmal geht es ihr immer noch ein bisschen besser, aber sie ist sehr, sehr schwach und depressiv. Sie sagt immer und immer wieder, dass die ganze Welt da draußen nicht real ist, dass sie sich nirgendwo mehr zuhause fühlt und dass sie nichts mehr will.   <br />
<br />
Ehrlich gesagt, ich fühle mich frustriert… Ich weiß nicht, wie noch ich ihr helfen kann und ich habe Angst, dass sie etwas tut, das nicht mehr rückgängig zu machen ist. <br />
<br />
Vielleicht habt ihr einen Rat, was ich tun kann? <br />
<br />
Ich bitte um Entschuldigung für mein schlechtes Deutsch und bedanke mich im Voraus für eure Antworten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Paule stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=321</link>
			<pubDate>Sun, 16 Aug 2020 10:20:49 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=321</guid>
			<description><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
ich freue mich, dass ich dieses Forum gefunden habe. Ich bin 35Jahre alt und meine 36 jährige Schwester ist seit ca. 16 Jahren an Schiziphrenie erkrannt. Es begann in ihrem Medizinstudium und es dauerte auch ein paar Jahre bis es richtig diagnostiziert wurde. Für sie ging es Stück für Stück abwärts -&gt; Studium nicht gepackt -&gt; Ausbildung begonnen - im 3 Lehrjahr abgebrochen -&gt; Bundesfreiwilligendienst - kurz vor Ende abgebrochen. Dazwischen verschiedene stationäre Aufenthalte. <br />
<br />
Sie hat keine Arbeit und lebt bei meinen Eltern. Diese kämpfen die letzten Jahre immer stärker mit der Situation. Sie trauen sich nun schon gar nicht mehr in den Urlaub zu fahren, da sie Sorge haben meine Schwester fackelt das Haus ab.<br />
<br />
Mich besorgt die gesamte Situation. Meine Schwester hat keine Krankheitseinsicht und ist auch für Wohngruppen, Gespräche mit Ärzten ... nicht offen. Da ist seit anfang an kein rankommen. Sie nimmt aber ihre Medizin. Der sozialmedizinische Dienst sieht kein Drang zum Handeln. Die Psychaterin hat sie medizinisch eingestellt und damit ist die fertig. Vom gesamten System fühlen wir uns mächtig allein gelassen. Meine Mama dreht nun selber stehts mehr ab und hat schon eine Psychologin aufgesucht. <br />
<br />
Wir waren als Kinder sehr eng. Mich macht es sehr traurig wenn ich sie sehe. Die Krankheit hat sie vereinnahmt und sie lebt in einer Welt die vorallem aus Personen aus der Zeit vor ihrer Erkrankung besteht. <br />
<br />
Ich würde mir gerne wünschen, dass meine Schwester eine kleine Wohnung hat und eine mini Beschäftigung die ihr Freude bereitet. <br />
Es wäre schön, wenn ich in diesem Forum ein wenig Unterstützung und Hilfestellung finden kann.<br />
<br />
Seit alle lieb gegrüßt.  <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/shy.png" alt="Shy" title="Shy" class="smilie smilie_7" /> <br />
Paule]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
ich freue mich, dass ich dieses Forum gefunden habe. Ich bin 35Jahre alt und meine 36 jährige Schwester ist seit ca. 16 Jahren an Schiziphrenie erkrannt. Es begann in ihrem Medizinstudium und es dauerte auch ein paar Jahre bis es richtig diagnostiziert wurde. Für sie ging es Stück für Stück abwärts -&gt; Studium nicht gepackt -&gt; Ausbildung begonnen - im 3 Lehrjahr abgebrochen -&gt; Bundesfreiwilligendienst - kurz vor Ende abgebrochen. Dazwischen verschiedene stationäre Aufenthalte. <br />
<br />
Sie hat keine Arbeit und lebt bei meinen Eltern. Diese kämpfen die letzten Jahre immer stärker mit der Situation. Sie trauen sich nun schon gar nicht mehr in den Urlaub zu fahren, da sie Sorge haben meine Schwester fackelt das Haus ab.<br />
<br />
Mich besorgt die gesamte Situation. Meine Schwester hat keine Krankheitseinsicht und ist auch für Wohngruppen, Gespräche mit Ärzten ... nicht offen. Da ist seit anfang an kein rankommen. Sie nimmt aber ihre Medizin. Der sozialmedizinische Dienst sieht kein Drang zum Handeln. Die Psychaterin hat sie medizinisch eingestellt und damit ist die fertig. Vom gesamten System fühlen wir uns mächtig allein gelassen. Meine Mama dreht nun selber stehts mehr ab und hat schon eine Psychologin aufgesucht. <br />
<br />
Wir waren als Kinder sehr eng. Mich macht es sehr traurig wenn ich sie sehe. Die Krankheit hat sie vereinnahmt und sie lebt in einer Welt die vorallem aus Personen aus der Zeit vor ihrer Erkrankung besteht. <br />
<br />
Ich würde mir gerne wünschen, dass meine Schwester eine kleine Wohnung hat und eine mini Beschäftigung die ihr Freude bereitet. <br />
Es wäre schön, wenn ich in diesem Forum ein wenig Unterstützung und Hilfestellung finden kann.<br />
<br />
Seit alle lieb gegrüßt.  <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/shy.png" alt="Shy" title="Shy" class="smilie smilie_7" /> <br />
Paule]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rilicia stellt sich vor]]></title>
			<link>https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=318</link>
			<pubDate>Sat, 04 Apr 2020 17:18:46 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">https://forum.geschwisternetzwerk.de/showthread.php?tid=318</guid>
			<description><![CDATA[Hallo zusammen,<br />
<br />
ich bin 31 Jahre alt und habe eine große Schwester, die eine unglaublich schlimme Vergangenheit hinter sich hat.<br />
Seit 2012 ist sie Mama eines wunderbaren Jungens, der leider auch schon Auffälligkeiten aufweist, was mir u.a. große Sorgen bereitet. Puh, wo fange ich an...<br />
<br />
Meine Schwester ist schwerst traumatisiert, nimmt immer wieder Drogen und wird derzeit durch ein ambulantes Betreutes Wohnen "begleitet". Sie hatte vor zwei Jahren eine Krise, in der sie mich um Hilfe bat, um in eine Klinik zu kommen. Wir sind daraufhin in die zuständigen Kliniken gefahren, wo sie nur in den geschlossenen Abteilungen hätte unterkommen können. Diese waren wirklich grauenhaft! Es roch nach Fäkalien, es war dreckig und das Personal nicht unbedingt herzlich oder besser zugewandt, wie man es sich wünscht. Daher ist sie nicht dort geblieben. Stattdessen haben wir verabredet, dass ich mit meinem Neffen einige Zeit wegfahre, damit sie die Gelegenheit hat sich um einen Therapieplatz sowie eine neue Wohnung zu kümmern, da die alte aufgrund von ungezahlten Mieten zwangsgeräumt werden sollte. <br />
<br />
Tja, eine neue Wohnung ist da und das betreute Wohnen auch. Jedoch wird kein Schritt in Richtung einer Therapie unternommen. Stattdessen wird sie zu einer Selbsthilfegruppe geschickt, da die Betreuerin ihr eigenhändig eine Diagnose gestellt hat. <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" />  Ich merke jedoch, dass meine Schwester immer weiter entgleitet. Sie konsumiert offen Cannabis, mit der Aussage, dies sei mit der Betreuerin und der Psychiaterin abgesprochen. Als ich ihr sagte, dass ich mir das nicht ganz vorstellen kann, zog sie sich immer weiter von mir zurück, bis wir gefühlt keinen Zugang mehr hatten. Aus Sorge schrieb ich der Betreuerin einen Brief, in der ich meine Sorgen offenlegte, woraufhin sie diesen Brief bei meiner Schwester ansprach, die natürlich völlig außer sich war. Sie brach mit wüsten Beschimpfungen den Kontakt gänzlich zu mir ab. <br />
Seitdem plagt mich das schlechte Gewissen, nicht nochmals vorher mit ihr gesprochen zu haben, jedoch fühlte ich mich nicht in der Lage dazu, weil sie immer ausrastet, wenn man etwas kritisch anmerkt. <br />
<br />
Jetzt in der Corona-Krise habe ich ihr und meinem Neffen Masken zu geschickt, für die sie sich sehr bedankt und geäußert hat, dass ihr bzw. den beiden sehr fehle. Nun stehe ich für mich vor dem Konflikt, darauf einzugehen und wieder verletzt zu werden, es sachlich zu beantworten oder gar nicht zu antworten. Ich liebe meine Schwester sehr, aber ich weiß nicht, wie oft ich diese Verletzungen und Lügen noch ertragen kann. Ich wünsche mir so gerne einen Umgang, in dem sie und ich geichermaßen geschützt sind und ich ihr dennoch zur Seite stehe. Nur wie?<br />
<br />
Puuuuh, jetzt habe ich einiges geschrieben und ich hoffe, ihr blickt durch und könnt mir vielleicht ein paar Tipps geben. Bei Unklarheiten, stellt mir gern Fragen.<br />
<br />
Vielen Dank für´s Lesen!<br />
<br />
<br />
Liebe Grüße aus´m Pott]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo zusammen,<br />
<br />
ich bin 31 Jahre alt und habe eine große Schwester, die eine unglaublich schlimme Vergangenheit hinter sich hat.<br />
Seit 2012 ist sie Mama eines wunderbaren Jungens, der leider auch schon Auffälligkeiten aufweist, was mir u.a. große Sorgen bereitet. Puh, wo fange ich an...<br />
<br />
Meine Schwester ist schwerst traumatisiert, nimmt immer wieder Drogen und wird derzeit durch ein ambulantes Betreutes Wohnen "begleitet". Sie hatte vor zwei Jahren eine Krise, in der sie mich um Hilfe bat, um in eine Klinik zu kommen. Wir sind daraufhin in die zuständigen Kliniken gefahren, wo sie nur in den geschlossenen Abteilungen hätte unterkommen können. Diese waren wirklich grauenhaft! Es roch nach Fäkalien, es war dreckig und das Personal nicht unbedingt herzlich oder besser zugewandt, wie man es sich wünscht. Daher ist sie nicht dort geblieben. Stattdessen haben wir verabredet, dass ich mit meinem Neffen einige Zeit wegfahre, damit sie die Gelegenheit hat sich um einen Therapieplatz sowie eine neue Wohnung zu kümmern, da die alte aufgrund von ungezahlten Mieten zwangsgeräumt werden sollte. <br />
<br />
Tja, eine neue Wohnung ist da und das betreute Wohnen auch. Jedoch wird kein Schritt in Richtung einer Therapie unternommen. Stattdessen wird sie zu einer Selbsthilfegruppe geschickt, da die Betreuerin ihr eigenhändig eine Diagnose gestellt hat. <img src="https://forum.geschwisternetzwerk.de/images/smilies/huh.png" alt="Huh" title="Huh" class="smilie smilie_17" />  Ich merke jedoch, dass meine Schwester immer weiter entgleitet. Sie konsumiert offen Cannabis, mit der Aussage, dies sei mit der Betreuerin und der Psychiaterin abgesprochen. Als ich ihr sagte, dass ich mir das nicht ganz vorstellen kann, zog sie sich immer weiter von mir zurück, bis wir gefühlt keinen Zugang mehr hatten. Aus Sorge schrieb ich der Betreuerin einen Brief, in der ich meine Sorgen offenlegte, woraufhin sie diesen Brief bei meiner Schwester ansprach, die natürlich völlig außer sich war. Sie brach mit wüsten Beschimpfungen den Kontakt gänzlich zu mir ab. <br />
Seitdem plagt mich das schlechte Gewissen, nicht nochmals vorher mit ihr gesprochen zu haben, jedoch fühlte ich mich nicht in der Lage dazu, weil sie immer ausrastet, wenn man etwas kritisch anmerkt. <br />
<br />
Jetzt in der Corona-Krise habe ich ihr und meinem Neffen Masken zu geschickt, für die sie sich sehr bedankt und geäußert hat, dass ihr bzw. den beiden sehr fehle. Nun stehe ich für mich vor dem Konflikt, darauf einzugehen und wieder verletzt zu werden, es sachlich zu beantworten oder gar nicht zu antworten. Ich liebe meine Schwester sehr, aber ich weiß nicht, wie oft ich diese Verletzungen und Lügen noch ertragen kann. Ich wünsche mir so gerne einen Umgang, in dem sie und ich geichermaßen geschützt sind und ich ihr dennoch zur Seite stehe. Nur wie?<br />
<br />
Puuuuh, jetzt habe ich einiges geschrieben und ich hoffe, ihr blickt durch und könnt mir vielleicht ein paar Tipps geben. Bei Unklarheiten, stellt mir gern Fragen.<br />
<br />
Vielen Dank für´s Lesen!<br />
<br />
<br />
Liebe Grüße aus´m Pott]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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