Neu hier - Bruder mit Psychose, Mutter mit Demenz
#3
(19.03.2019, 00:59)Hannah schrieb: die "Verwahrlosung" ist schlicht ein Symptom der Erkrankung, so würde ich es sehen - dagegen kann man genauso viel oder wenig unternehmen, wie gegen alle anderen Symptome, wenn es auch sicher keine speziellen "Medikamente dagegen" gibt - ich vermute, Du siehst das ähnlich, und Deiner Mutter fällt es (ich glaube wie allen Müttern) sicher umso schwer, das so sehen zu können.
Ob die Einrichtung gut oder nicht gut ist, hängt aus meiner Sicht im Wesentlichen davon ab, ob Dein Bruder dort klarkommt, ob es ihm gut geht, ob er überhaupt die Hilfe dort annehmen kann.

Eigentlich schreibe ich aber, weil ich vor einer Weile einen 78-jährigen (!) Bruder interviewt hatte, dessen Interview ich Dir gerne schicken möchte - Dein Beitrag erinnert mich sehr an seine Geschichte, auch wenn er sicher ebenfalls keine guten "Lösungen" parat hat. Wenn Du Lust zu lesen hast, sag mir Bescheid! Manchmal hilft es ja, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken, um sich selbst ein bisschen besser positionieren zu können.

Herzliche Grüße,
Hannah

Hallo Hannah,

danke für deine Nachricht. Ja, du hast natürlich recht, die Verwahrlosung ist ein Symptom, und ja, meine Mutter kommt darüber nicht hinweg.

Mein Bruder kann Hilfe von dort annehmen, aber sie zeigt wenig Wirkung - in den letzten Jahren dreht sich die Situation auch zum Schlechteren hin, das heißt, er tut Dinge, die er früher nicht gemacht hat und die sehr problematisch sind.
Z.B. benimmt er sich wohl grenzwertig gegenüber Mitarbeiterinnen der WfbM, in der er arbeitet, zeigt ein Verhalten, das an sexuelle Belästigung grenzt. Und hat wohl auch schon mal in einem Schwimmbad öffentlich masturbiert und hat dort dann ein Hausverbot kassiert.
Er bettelt wohl auch in der Stadt und hat Alkohol getrunken (was natürlich im Kontext mit seinen Medikamenten ganz übel ist)

Ich weiß also nicht einzuschätzen, ob das der "normale" Lauf der Dinge ist oder ob die Einrichtung da nicht alles tut, was sie könnte.
Ich überlege, ob ich eine außerordentliche Hilfeplankonferenz herbeizuführen versuche mit dem Ziel, mehr Fachleistungsstunden für ihn zu bekommen... Andererseits gab es erst vor wenigen Monaten eine, die u.a. zum Ergebnis hatte, dass er außer einer betreuten WG wieder in die Einrichtung gewechselt ist.

Das Interview würde mich interessieren, ich freue mich, wenn du es mir schicktst.

viele Grüße von Mathilde
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RE: Neu hier - Bruder mit Psychose, Mutter mit Demenz - von Tilly - 24.10.2018, 08:52

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